#Türkis-Grün

Das türkis-grüne Wunder?

Alt- und Jung-68er haben zugeschlagen - © Stux/Pixabay
Politik

Alt- und Jung-68er haben zugeschlagen

1945 1960 1980 2000 2020

Jene Grüne, die ihre Partei als sozialistische Alternative sehen, haben sich durchgesetzt.

1945 1960 1980 2000 2020

Jene Grüne, die ihre Partei als sozialistische Alternative sehen, haben sich durchgesetzt.

Am 15. Februar 2003 demonstrierten tagsüber weltweit Pazifisten. In der Nacht darauf scheiterte das nach Andreas Khol, dem "spiritus rector" der österreichischen Politik, "heilige Experiment" einer Koalition aus Schwarz und Grün. Es wäre europaweit das erste auf nationaler Ebene gewesen. Zwei Ereignisse wie Tag und Nacht, die emotional zusammenhängen.

Was das vorläufige Ende der Gespräche zwischen Schwarzen und Grünen betrifft: Die Strukturkonservativen haben sich auf beiden Seiten durchgesetzt: auf Seiten der ÖVP vor allem die Wirtschaftskämmerer, seitens der Grünen diejenigen, die die Grünen weniger als ökologische Partei denn als sozialistische Alternative sehen.

Viele jüngere Grünschwarze sind zu Recht böse. Ihrer Meinung nach sitzen die "Bösen" in der Wirtschaftskammer, bzw. heißen - aus schwarzer Sicht - bei den "Grünen" (die wir fortan unter Anführungszeichen setzen sollten) Karl Öllinger (Bund) und Monika Vana (Wien). Beide kommen aus der SPÖ. "Best of Böse" sozusagen ("Falter"). Beide vereint Strukturkonservativismus und Populismus.

Weil mir die Grünen sympathischer sind als die Wirtschaftskämmerer, soll mehr von diesen gesprochen werden: Die vereinigten Alt- und "Jung"-68er haben zugeschlagen. Sie sitzen in den Büros der Ministerien (SPÖ) und sind Funktionäre der Grünen - vor allem in Wien. Seit dem Untergang des Kommunismus suchen sie neue Identifikationsmuster und finden sie in Anti-Amerikanismus, Geschichts- und Sprachpolitik. Sie blockieren alles, was ihnen nicht zupass kommt und schwingen dagegen insbesondere die Faschismus-Keule.

Gleichzeitig demonstrieren manche verwirrte Pazifisten vermeintlich gegen den Krieg und vergessen vor lauter Anti-Bush-Schildern, gepaart mit Anti-Kapitalismus-Plakaten, auf Saddam Hussein hinzuweisen - als ob Bush der Böse und Saddam Hussein der Gute wäre.

Schröder lächelt dazu zynisch im Hintergrund und sieht seine Außenpolitik, die eine populistische Verlängerung seiner Innenpolitik ist, bestätigt, denn - so denkt er - die Menschen sind dumm und demonstrieren nach seiner Pfeife (Zigarre).

Frankreich sieht nach dem 20. Jahrhundert seiner Demütigung ein neues Jahrhundert anbrechen, in dem das europäische Wesen am französischen (oft chauvinistischen) genesen soll. Wie schon im 19. Jahrhundert, das vom Nationalismus gekennzeichnet war, brechen nationale/nationalistische Achsen von Paris über Berlin bis Moskau an und beweisen wieder einmal, dass Inter-Nationalismus nicht nur semantisch die Basis des Nationalismus ist.

Die Europäische Union, die supra-, also über-national von modernen Christdemokraten gegründet und gedacht worden ist, schwankt in ihrem Konzept und droht sich zu re-nationalisieren - Chirac, dem Gaullisten, und Schröder sei "Dank".

Es herrscht eine neue Babylonische Sprachverwirrung, denn was eigent- und wesentlich gut und böse ist, wird verkehrt: "Geiz ist geil." Und noch dazu sitzt im US-Chefsessel ein texanischer Cowboy, der mit seinen Hüftschüssen und seiner genuinen Dummheit Wasser auf die Mühlen der absichtlichen Sprach-Verwirrer schüttet. O Gott.

Zürnst auch du, Schöpfer, oder hast du dich, wie es der Papst in seiner Neujahrsansprache vorsichtig andeutete, angesichts dessen, was wir aus dem Werk machen, längst angewidert abgewandt?

Aber wie sagte schon Martin Luther: "Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen." Inzwischen stehen schon viele Apfelbäume. Jeden Tag werden sie mehr. Und das gibt doch Hoffnung.

Der Autor ist Mitbegründer der sozialliberalen "Initiative Christdemokratie" im Rahmen der ÖVP (www.icd.or.at).

Am 15. Februar 2003 demonstrierten tagsüber weltweit Pazifisten. In der Nacht darauf scheiterte das nach Andreas Khol, dem "spiritus rector" der österreichischen Politik, "heilige Experiment" einer Koalition aus Schwarz und Grün. Es wäre europaweit das erste auf nationaler Ebene gewesen. Zwei Ereignisse wie Tag und Nacht, die emotional zusammenhängen.

Was das vorläufige Ende der Gespräche zwischen Schwarzen und Grünen betrifft: Die Strukturkonservativen haben sich auf beiden Seiten durchgesetzt: auf Seiten der ÖVP vor allem die Wirtschaftskämmerer, seitens der Grünen diejenigen, die die Grünen weniger als ökologische Partei denn als sozialistische Alternative sehen.

Viele jüngere Grünschwarze sind zu Recht böse. Ihrer Meinung nach sitzen die "Bösen" in der Wirtschaftskammer, bzw. heißen - aus schwarzer Sicht - bei den "Grünen" (die wir fortan unter Anführungszeichen setzen sollten) Karl Öllinger (Bund) und Monika Vana (Wien). Beide kommen aus der SPÖ. "Best of Böse" sozusagen ("Falter"). Beide vereint Strukturkonservativismus und Populismus.

Weil mir die Grünen sympathischer sind als die Wirtschaftskämmerer, soll mehr von diesen gesprochen werden: Die vereinigten Alt- und "Jung"-68er haben zugeschlagen. Sie sitzen in den Büros der Ministerien (SPÖ) und sind Funktionäre der Grünen - vor allem in Wien. Seit dem Untergang des Kommunismus suchen sie neue Identifikationsmuster und finden sie in Anti-Amerikanismus, Geschichts- und Sprachpolitik. Sie blockieren alles, was ihnen nicht zupass kommt und schwingen dagegen insbesondere die Faschismus-Keule.

Gleichzeitig demonstrieren manche verwirrte Pazifisten vermeintlich gegen den Krieg und vergessen vor lauter Anti-Bush-Schildern, gepaart mit Anti-Kapitalismus-Plakaten, auf Saddam Hussein hinzuweisen - als ob Bush der Böse und Saddam Hussein der Gute wäre.

Schröder lächelt dazu zynisch im Hintergrund und sieht seine Außenpolitik, die eine populistische Verlängerung seiner Innenpolitik ist, bestätigt, denn - so denkt er - die Menschen sind dumm und demonstrieren nach seiner Pfeife (Zigarre).

Frankreich sieht nach dem 20. Jahrhundert seiner Demütigung ein neues Jahrhundert anbrechen, in dem das europäische Wesen am französischen (oft chauvinistischen) genesen soll. Wie schon im 19. Jahrhundert, das vom Nationalismus gekennzeichnet war, brechen nationale/nationalistische Achsen von Paris über Berlin bis Moskau an und beweisen wieder einmal, dass Inter-Nationalismus nicht nur semantisch die Basis des Nationalismus ist.

Die Europäische Union, die supra-, also über-national von modernen Christdemokraten gegründet und gedacht worden ist, schwankt in ihrem Konzept und droht sich zu re-nationalisieren - Chirac, dem Gaullisten, und Schröder sei "Dank".

Es herrscht eine neue Babylonische Sprachverwirrung, denn was eigent- und wesentlich gut und böse ist, wird verkehrt: "Geiz ist geil." Und noch dazu sitzt im US-Chefsessel ein texanischer Cowboy, der mit seinen Hüftschüssen und seiner genuinen Dummheit Wasser auf die Mühlen der absichtlichen Sprach-Verwirrer schüttet. O Gott.

Zürnst auch du, Schöpfer, oder hast du dich, wie es der Papst in seiner Neujahrsansprache vorsichtig andeutete, angesichts dessen, was wir aus dem Werk machen, längst angewidert abgewandt?

Aber wie sagte schon Martin Luther: "Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen." Inzwischen stehen schon viele Apfelbäume. Jeden Tag werden sie mehr. Und das gibt doch Hoffnung.

Der Autor ist Mitbegründer der sozialliberalen "Initiative Christdemokratie" im Rahmen der ÖVP (www.icd.or.at).