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Politik

Der Abgang des Christian K.

1945 1960 1980 2000 2020
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Man kann auch als Verlierer Anstand behalten und in Würde abtreten. Christian Kern hat sich offenbar anders entschieden oder versteht es nicht besser. Seine Auftritte und Äußerungen seit der Wahl lassen jedenfalls jene souveräne Eleganz weitgehend vermissen, die er zuvor gewissermaßen als trademark kultiviert hatte.

Der Noch-Bundeskanzler tut alles, um das Projekt einer wahrscheinlichen ÖVP-FPÖ-Regierung a priori zu diskreditieren. Da werden gleich beide Parteien taxfrei als "rechtspopulistisch" bezeichnet, da wird ein düsteres Bild der nächsten Jahre gezeichnet. Der Subtext: Schwere Zeiten kommen auf unser Land zu, mit Gerechtigkeit und Menschlichkeit wird es nicht weit her sein, soziale Kälte bricht herein. Unnötig zu erwähnen, dass einzig die SPÖ aus der Opposition heraus die Bürgerinnen und Bürger vor dem Schlimmsten bewahren wird, um, solcherart gestärkt, in fünf Jahren triumphal an die Macht zurückzukehren. So in etwa das Kern'sche Narrativ.

Ganz im Ernst und ohne Zuspitzungen: Christian Kern hatte seine Chance, wurde zu Beginn seiner Kanzlerschaft mit Vorschusslorbeeren überhäuft, auch über die Klientel im engeren Sinn zunächst durchaus positiv rezipiert. Dass der Lack dann relativ schnell ab war, dass sich spätestens im Wahlkampf auch seine persönlichen -inhaltlichen und charakterlichen (Silberstein-) Defizite gezeigt haben, war hausgemacht. Das hat er hauptsächlich sich selbst zuzuschreiben und hat nichts damit zu tun, dass angeblich ÖVP und FPÖ seit jeher an einer gemeinsamen Regierung basteln und ihm, Kern, keinen Erfolg gegönnt hätten.

Ja, die ÖVP war sichtlich nicht an einem Fortbestand der Regierungszusammenarbeit interessiert. Dafür gibt es freilich auch gute objektive -also nicht nur den eigenen Interessen geschuldete -Gründe. Aber Christian Kern ist immerhin mit dem Kanzler-und Nr.-1-Bonus in den Wahlkampf gestartet. Er hat es - wie Werner Kogler das für die Grünen zurecht formuliert hat -einfach "vernudelt". Solche nüchterne Einsicht vermisst man bei Kern. Statt dessen präsentiert er sich einfach als schlechter Verlierer.

Man kann auch als Verlierer Anstand behalten und in Würde abtreten. Christian Kern hat sich offenbar anders entschieden oder versteht es nicht besser. Seine Auftritte und Äußerungen seit der Wahl lassen jedenfalls jene souveräne Eleganz weitgehend vermissen, die er zuvor gewissermaßen als trademark kultiviert hatte.

Der Noch-Bundeskanzler tut alles, um das Projekt einer wahrscheinlichen ÖVP-FPÖ-Regierung a priori zu diskreditieren. Da werden gleich beide Parteien taxfrei als "rechtspopulistisch" bezeichnet, da wird ein düsteres Bild der nächsten Jahre gezeichnet. Der Subtext: Schwere Zeiten kommen auf unser Land zu, mit Gerechtigkeit und Menschlichkeit wird es nicht weit her sein, soziale Kälte bricht herein. Unnötig zu erwähnen, dass einzig die SPÖ aus der Opposition heraus die Bürgerinnen und Bürger vor dem Schlimmsten bewahren wird, um, solcherart gestärkt, in fünf Jahren triumphal an die Macht zurückzukehren. So in etwa das Kern'sche Narrativ.

Ganz im Ernst und ohne Zuspitzungen: Christian Kern hatte seine Chance, wurde zu Beginn seiner Kanzlerschaft mit Vorschusslorbeeren überhäuft, auch über die Klientel im engeren Sinn zunächst durchaus positiv rezipiert. Dass der Lack dann relativ schnell ab war, dass sich spätestens im Wahlkampf auch seine persönlichen -inhaltlichen und charakterlichen (Silberstein-) Defizite gezeigt haben, war hausgemacht. Das hat er hauptsächlich sich selbst zuzuschreiben und hat nichts damit zu tun, dass angeblich ÖVP und FPÖ seit jeher an einer gemeinsamen Regierung basteln und ihm, Kern, keinen Erfolg gegönnt hätten.

Ja, die ÖVP war sichtlich nicht an einem Fortbestand der Regierungszusammenarbeit interessiert. Dafür gibt es freilich auch gute objektive -also nicht nur den eigenen Interessen geschuldete -Gründe. Aber Christian Kern ist immerhin mit dem Kanzler-und Nr.-1-Bonus in den Wahlkampf gestartet. Er hat es - wie Werner Kogler das für die Grünen zurecht formuliert hat -einfach "vernudelt". Solche nüchterne Einsicht vermisst man bei Kern. Statt dessen präsentiert er sich einfach als schlechter Verlierer.