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Politik

Ganz "deppat" am Golan

1945 1960 1980 2000 2020
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Der Einsatz österreic h i s c h e r Blauhelme auf dem Golan ist Geschichte. Und offensichtlich ist das auch gut so, wenn man die Enthüllungen der vergangenen Tage und die Kommentare danach werten möchte. Österreichische Soldaten haben also dort während ihres Einsatzes

1. Mehrere Menschen in eine tödliche Falle laufen lassen und

2. den Vorfall auch noch munter kommentiert, als handle es sich um einen Abschuss in einem Videospiel. "Winkt's nur, solang' ihr noch könnt", "Ana is scho obagfolln, bist deppat ..." Im Gegensatz zu Punkt 1 sind die Bemerkungen selbst strafrechtlich nicht relevant, wohl aber ein schauerliches Indiz für Dummheit an der Waffe.

Dass das skandalöse Verhalten nun auch noch als eine Tat des strikten "Heraushaltens aus einem Konflikt" gerechtfertigt wird, dass Schusswechsel an der Grenze im Vorfeld die Stresssituation der Beteiligten erklären sollen, ist ein Armutszeugnis. Soldaten befinden sich ja auf dem Golan, weil es sich dort in mehrfacher Hinsicht um eine Grenzsituation handelt. Wer sich in schwierigen Situationen aber so verhält, ist offensichtlich nicht nur ungeeignet, sondern auch schlecht ausgebildet und unzureichend geführt.

Das führt zum eigentlichen Thema, das derzeit kaum besprochen wird: Jene, die da "bist du deppert" rufen, waren offensichtlich von anderen für ihren Job ausgewählt worden. Und genau diesen hätte das Niveau der Soldaten auffallen müssen. Das hat nichts mit Einfachheit zu tun, sondern schlicht mit Grundkompetenzen und der Tatsache, dass Soldaten beim Auslandseinsatz Österreich offiziell repräsentieren.

Das bedeutet für die Zukunft, dass Menschen, die zu internationalen Einsätzen im Namen der Republik wollen, auch auf diese Funktion hin vorbereitet werden müssen. Zumal in Einsätzen, wo es nicht auf Waffen, sondern auf Fingerspitzengefühl ankommt. Und um nichts anderes ging es auf dem Golan.

Die österreichische Bundesregierung wiederum wäre gut beraten zu klären, welche Vorgesetzten von dem Vorfall wussten. Und übrigens - weil Lob viel zu selten an die Konkurrenz verteilt wird: Danke, Falter.

Der Einsatz österreic h i s c h e r Blauhelme auf dem Golan ist Geschichte. Und offensichtlich ist das auch gut so, wenn man die Enthüllungen der vergangenen Tage und die Kommentare danach werten möchte. Österreichische Soldaten haben also dort während ihres Einsatzes

1. Mehrere Menschen in eine tödliche Falle laufen lassen und

2. den Vorfall auch noch munter kommentiert, als handle es sich um einen Abschuss in einem Videospiel. "Winkt's nur, solang' ihr noch könnt", "Ana is scho obagfolln, bist deppat ..." Im Gegensatz zu Punkt 1 sind die Bemerkungen selbst strafrechtlich nicht relevant, wohl aber ein schauerliches Indiz für Dummheit an der Waffe.

Dass das skandalöse Verhalten nun auch noch als eine Tat des strikten "Heraushaltens aus einem Konflikt" gerechtfertigt wird, dass Schusswechsel an der Grenze im Vorfeld die Stresssituation der Beteiligten erklären sollen, ist ein Armutszeugnis. Soldaten befinden sich ja auf dem Golan, weil es sich dort in mehrfacher Hinsicht um eine Grenzsituation handelt. Wer sich in schwierigen Situationen aber so verhält, ist offensichtlich nicht nur ungeeignet, sondern auch schlecht ausgebildet und unzureichend geführt.

Das führt zum eigentlichen Thema, das derzeit kaum besprochen wird: Jene, die da "bist du deppert" rufen, waren offensichtlich von anderen für ihren Job ausgewählt worden. Und genau diesen hätte das Niveau der Soldaten auffallen müssen. Das hat nichts mit Einfachheit zu tun, sondern schlicht mit Grundkompetenzen und der Tatsache, dass Soldaten beim Auslandseinsatz Österreich offiziell repräsentieren.

Das bedeutet für die Zukunft, dass Menschen, die zu internationalen Einsätzen im Namen der Republik wollen, auch auf diese Funktion hin vorbereitet werden müssen. Zumal in Einsätzen, wo es nicht auf Waffen, sondern auf Fingerspitzengefühl ankommt. Und um nichts anderes ging es auf dem Golan.

Die österreichische Bundesregierung wiederum wäre gut beraten zu klären, welche Vorgesetzten von dem Vorfall wussten. Und übrigens - weil Lob viel zu selten an die Konkurrenz verteilt wird: Danke, Falter.