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RELIGION

Franziskus in Mexiko

Die am 18. Februar zu Ende gehende Mexiko-Reise des Papstes zeigte einen "politischen" Franziskus, der sich keiner gesellschaftlichen Gruppe gegenüber ein Blatt vor dem Mund nahm. Vor Staatspräsident Enrique Peña Nieto prangerte er offen Drogenhandel, Gewalt, soziale Ausgrenzung an. Aber auch die - mehrheitlich sehr konservativen - Vertreter seiner eigenen Kirche in Mexiko nahm er sich vor: Mexiko brauche keine "Fürsten", sondern Botschafter des Herrn, sagte das Oberhaupt der Katholiken während einer Rede vor den mehr als 170 Bischöfen des Landes. Und er mahnte sie direkt zu mehr sozialem Engagement, auch wenn sie dafür Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen müssten. "Wenn Ihr kämpfen müsst, dann kämpft", sagte er. Im Saal wollten einige am Ende nur verhaltenen Applaus für den Papst gehört haben. Die Reise zu den Indigenen nach Chiapas, wo er am Grab des zu Lebzeiten als "roter Bischof" verunglimpften Samuel Ruiz betete, sprach ebenso für sich wie der Aufenthalt in Morelia, einem der Zentren der Drogenkriege, die Mexikos Gesellschaft so destabilisieren. Im Stadion von Morelia forderte Franziskus die Gesellschaft auf, angesichts von Gewalt und Korruption nicht zu kapitulieren. Die Ortskirche ermunterte der Papst, sich nicht in ihren Sakristeien zu "verschanzen". Franziskus reist zum Abschluss seines Besuchs in Mexiko an die Grenze zu den USA. In der Grenzstadt Ciudad Juárez äußerte sich Franziskus zu den Migrationsproblemen in der Region. Nach Schätzungen versuchen jedes Jahr Zehntausende arme Migranten aus Lateinamerika, die Grenze zwischen Mexiko und den USA über den Landweg zu passieren. Ciudad Juárez galt zeitweise als der Ort mit der höchsten Mordrate der Welt. Zentraler geistlicher Programmpunkt war der Besuch der Jungfrau von Guadalupe, dem in Mexiko-Stadt gelegenen größten Marienheiligtum der Welt. Auch dort sprach er die Gewalt im Land an: "Die Tränen der Leidenden sind nicht umsonst", so der 79-jährige Pontifex. Dieses Leid sei ein schweigendes Gebet an die Mutter Gottes.

GESELLSCHAFT

Blümel für "Werteformel" an Schulen

Nach dem Vorbild des "Pledge of Allegiance" (Treuegelöbnis gegenüber der Nation und der Flagge), das US-Schüler oft als Teil des Morgenrituals leisten, plädiert der Wiener ÖVPChef Gernot Blümel auch an Österreichs Schulen für eine "Werteformel". Sein Vorschlag: "Ich bekenne mich zur Republik Österreich und ihrer Verfassung und achte die österreichischen Gesetze und Grundwerte - um unsere Freiheit und ein friedliches Miteinander zu sichern! Mann und Frau sind in Österreich gleichgestellt und jeder Mensch hat das Recht, sein Leben selbstbestimmt zu gestalten."

GESELLSCHAFT

Grüne Kritik an Kindergeld-Entwurf

"Sehr unzufrieden" sind die Grünen mit dem von der Regierung geplanten neuen Kinderbetreuungsgeld-Konto. Beim mit 700 Euro dotierten Papamonat ("Familienzeit") gebe es weder Rechtsanspruch noch Kündigungsschutz, auch sei der öffentliche Dienst ausgenommen. Alleinerziehende würden zudem benachteiligt, und der "Partnerschaftsbonus" (1000 Euro, wenn die Zeit zumindest 60:40 aufgeteilt wird) sei ein "viel zu geringer" Anreiz.

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