#Türkis-Grün

Türkis-grünes Wunder?

Ewa Ernst-Dziedzic und Werner Kogler - © Foto: APA / Herbert Pfarrhofer
Politik

„Kompromisse nicht denunzieren“

1945 1960 1980 2000 2020

Ewa Ernst-Dziedzic, ­stellvertretende Klub­obfrau der Grünen, über die Chancen auf Türkis-Grün, das Heiße-Eisen-Thema ­Migration, rote Linien und grünes ­Bewegungspotenzial.

1945 1960 1980 2000 2020

Ewa Ernst-Dziedzic, ­stellvertretende Klub­obfrau der Grünen, über die Chancen auf Türkis-Grün, das Heiße-Eisen-Thema ­Migration, rote Linien und grünes ­Bewegungspotenzial.

Seit Montag ist es fix: Die ÖVP und die Grünen treten in Koalitionsverhandlungen ein. Auf das Verhandlungsteam rund um ÖVP-Parteiobmann Sebastian Kurz und Grünen-Chef Werner Kogler wartet dabei wohl einiges an Arbeit. Denn in zahlreichen Punkten liegen die Positionen der beiden Parteien meilenweit auseinander. Und auch atmosphärisch dürfte es noch das eine oder andere zu besprechen geben, waren die Grünen zuletzt doch die schärfsten Kritiker der ÖVP-FPÖ-Koalition – wenn auch außerparlamentarisch. Eine türkis-grüne Regierung wäre laut Umfragen inzwischen allerdings die beliebteste Regierungsform hierzulande. Ewa Ernst-Dziedzic, die im grünen Parteivorstand sitzt, steht einer Koalition mit der Kurz-ÖVP pragmatisch – und durchaus hoffnungsvoll – gegenüber.

DIE FURCHE: Frau Ernst-Dziedzic, die Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und Grünen sind beschlossen. Auf einer Skala von 1 bis 10: Für wie wahrscheinlich halten Sie, dass es auch zu einer Koalition kommt?
Ewa Ernst-Dziedzic: Sie werden wenig überrascht sein, wenn ich sage, dass es unseriös wäre, das mit Zahlen zu benennen. Aber ich bin überzeugt, dass wir nicht auf Scheitern verhandeln. Das Ganze ist natürlich eine Herausforderung, ein Wagnis. Gleichzeitig sind wir uns aber der Verantwortung bewusst, dass viele Menschen die Grünen nicht nur gewählt haben, weil sie in den vergangenen zwei Jahren im Nationalrat gefehlt haben – sondern auch, weil sie sich andere Mehrheiten in diesem Land wünschen. Die eineinhalb Jahre unter Türkis-Blau haben zu einer enormen Diskursverschiebung geführt und das haben viele mit Sorge ­beobachtet. Gerade deswegen sagen uns sehr viele Menschen: Ihr müsst euch jetzt umso mehr um eine Koalition bemühen.