Game Over für ­„Message Control“ - Nach Veröffentlichung der Aufnahmen aus Ibiza gab es nicht mehr viel zu kontrollieren – die Message hatte sich verselbstständigt. Resultat: Rücktritt des Vizekanzlers, Auflösung der Bundesregierung. - © Foto: APA / Helmut Fohringer
Politik

„ÖVP bekannt für Parteichef-Mord“

1945 1960 1980 2000 2020

Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle über die Folgen von Ibiza, den Konnex zwischen autoritären Fantasien und Korruption, das Scheitern des Bundeskanzlers und Österreichs politische Zukunft.

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Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle über die Folgen von Ibiza, den Konnex zwischen autoritären Fantasien und Korruption, das Scheitern des Bundeskanzlers und Österreichs politische Zukunft.

Die Politikwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle analysiert die aktuelle Regierungskrise, die Strafbarkeit der schwerwiegenden Vorwürfe gegen Heinz-Christian Strache und welche Parteien nach der Neuwahl in der Regierung sitzen werden.

Die Furche: Frau Stainer-Hämmerle, noch vor zwei Wochen haben wir in dieser Zeitung über die Chancen der Bundesregierung gesprochen, die volle Legislaturperiode zu überstehen. Sollte nicht eine „besonders stinkerte Leich’“ auftauchen, vermuteten Sie, stünden die Chancen für ein türkis-blaues Langzeitprojekt nicht schlecht. Dass nun derart schnell eine derart „stinkerte Leich’“ auftauchen würde – damit hätte abseits des kleinen Personenkreises, der bereits um das Ibiza-Video wusste, wohl niemand gerechnet. Oder?
Kathrin Stainer-Hämmerle: Nein. Gleichzeitig sieht man aber auch, wie Türkis-Blau in einer Art Kettenreaktion zusammengebrochen ist. Und wie tönern die Füße zuvor schon waren. Die einstige Harmonie war aufgrund der Serie an Vorfällen bereits deutlich angekratzt. Ich glaube nicht, dass ein weiteres „Rattengedicht“ die Koalition zum Kippen gebracht hätte. Ihr Fundament war aber schon unterhöhlt. Gleichzeitig gehe ich doch davon aus, dass ein Skandal dieser Größenordnung auch alleine ge­reicht hätte, um die Koalition zu beenden.