Inmitten der Flüchtlingskrise um die muslimischen Rohingya besucht Papst Franziskus als erstes Oberhaupt der katholischen Kirche Myanmar. Am Montagabend traf er in Rangun Armee-Chef Min Aung Hlaing, der für das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Rohingya verantwortlich gemacht wird. Der General wies alle Berichte über deren Diskriminierung zurück. Einer Facebook-Mitteilung seines Büros zufolge erklärte der General in dem 15-minütigen Gespräch, das südostasiatische Land kenne weder "religiöse Diskriminierung" noch "Diskriminierung zwischen ethnischen Gruppen". Das Militär habe lediglich für "Frieden und Stabilität" zu sorgen. Ein Vatikansprecher sagte nach dem Treffen, der Papst und der Armeechef hätten über "die große Verantwortung von Myanmars Behörden in dieser Zeit des Übergangs" gesprochen. Er spielte damit auf das Ende der mehr als 50 Jahre dauernden Militärherrschaft seit den Wahlen vor zwei Jahren an. Am Dienstag traf Franziskus Myanmars De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Die Friedensnobelpreisträgerin steht wegen ihres langen Schweigens zur Rohingya-Krise ebenfalls international in der Kritik. Von den 51 Millionen Einwohnern Myanmars sind nur 700.000 Katholiken.

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