Spendenverhalten nach Lebensführungstypen

Der Sozialforscher Gunnar Otte hat eine Einteilung in neun unterschiedliche Lebensstile entwickelt, die sich an zwei Achsen unterscheiden: am ökonomischen und kulturellen Ausstattungsniveau sowie an der Modernität. Christian Schober hat die Auswirkungen der Lebensstils auf das Spendenverhalten untersucht.

Konservativ gehobene

Sie verfügen über ein hohes Einkommen und Vermögen sowie ein hohes Bildungsniveau. Sie sind eher traditionell verankert, haben meist Familie und sind eventuell religiös. Sie spenden im Durchschnitt 162 Euro im Jahr.

Liberal Gehobene

Auch sie sind wohlhabend und gut gebildet. Sie sind bereit, für eine Vielzahl an unterschiedlichen Anliegen zu spenden, in Summe rund 136 Euro.

Reflexive

Sie sind häufiger ledig, gelten als weltoffen, reisen viel. Im Schnitt spenden sie 163 Euro pro Jahr, gerne bei Benefizveranstaltungen.

Konventionalisten

Sie sind meist älter, ihr Ausstattungsniveau mittelhoch. Oft sind sie ihrer Wohngegend sehr verbunden, engagieren sich in lokalen Vereinen und spenden (gerne im Gottesdienst) 122 Euro.

Aufstiegsorientierte

Sie beschäftigen sich damit, ihre "vererbte“ soziale Schicht zu verlassen und in eine höchere Schicht aufzusteigen.Im Schnitt spenden sie 99 Euro.

Hedonisten

Oft jung, im Mittelfeld bei Einkommen und Bildung. Sie genießen das Leben und spenden jährlich 36 Euro, häufig bei Straßensammlungen.

Traditionelle Arbeiter

Sie sind oft älter und von Sparsamkeit geprägt. Häufig spenden sie im Gottesdienst, insgesamt rund 71 Euro.

Heimzentrierte

Hier dominiert die Familie. Gespendet werden 38 Euro im Jahr, am liebsten an der Wohnungstür.

Unterhaltungssuchende

Sie sind jung, ungebunden und ihnen stehen (anders als dem traditionellen Arbeiter) viele Lebensperspekiven offen. Sie spenden rund 48 Euro. (dol)

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