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Vom Obstgarten der Sowjetunion zum Armenhaus Europas

Vor etwas mehr als 20 Jahren war Moldawien mit einem blühenden landwirtschaftlichen Sektor eine der wohlhabendsten Sowjetrepubliken. Nach der Unabhängigkeit führten jedoch politische und soziale Spannungen und der wirtschaftliche Zerfall zur Verarmung der Bevölkerung in der Republik Moldau, wie das Land seit 1991 offiziell heißt. Der kleine Staat zwischen Rumänien und der Ukraine verlor seinen traditionellen Absatzmarkt in der Sowjetunion und muss heute wachsende wirtschaftliche Schwierigkeiten bewältigen.

1 Million mit weniger als 93 Euro

Aktuell leben 3,6 Millionen Menschen in Moldau, ein Drittel gilt als manifest arm. Das heißt: Mehr als eine Million Menschen hat pro Monat weniger als das Existenzminimum von 93 Euro im Monat zur Verfügung. Das Durchschnittseinkommen in Moldau liegt bei 185 Euro im Monat. Im Human Development Index rangiert Moldau auf dem 111. Platz und ist damit das ärmste Land Europas. Durch die hohe Abwanderung ist das Bevölkerungswachstum negativ: Ein geschätztes Viertel der arbeitsfähigen Bevölkerung hat das Land verlassen, um im Ausland zu arbeiten. (dol)

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