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Politik

Zeichen der Hoffnung

1945 1960 1980 2000 2020
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Der Friedensnobelpreis für die UNO und Generalsekretär Kofi Annan könnte ein Zeichen der Hoffnung sein: der Hoffnung, dass die UNO in der seit 40 Jahren wahrscheinlich gefährlichsten Krise einen dritten Weltkrieg verhindert.

Einige Anzeichen sprechen dafür, dass die USA ihre Verachtung der UNO aufgeben. Die Nachzahlung ihrer Mitgliedsbeiträge, die Suche einer Koalition mit Russland und China, die Einbindung sogenannter "Schurkenstaaten", die Versuche, die Militärschläge gegen Afghanistan völkerrechtlich zu legitimieren, machen Hoffnung, dass aus der momentanen Krise kein Weltenbrand entsteht. Wachsamkeit ist dennoch angezeigt. Die Ankündigung, der "Militärschlag" könne Jahre dauern, er könne auch andere Staaten als Afghanistan treffen, weckt eher Ängste als Hoffnung. Noch mehr Unbehagen schafft die momentane Fokussierung auf die militärische Ebene.

Von einer politischen Offensive, die die Ursachen des Terrors bekämpft, ist derzeit wenig zu hören. Während man in Österreich mit Kritik an der neoliberalen Ideologie schnell in den Geruch des "hässlichen Antiamerikanismus" kommt, hat in den USA selbst eine lebhafte Debatte über die Irrwege der kapitalistischen Entwicklung seit 1989 eingesetzt. So spricht der bekannte Politologe Benjamin Barber, nicht gerade als Linker verschrien, vom "Kapitalismus, den wir aus dem Käfig gelassen haben, und der jetzt Amok läuft", und von der Gefahr, die die derzeitige "Anarchie auf den globalen Märkten" für den Weltfrieden bedeutet. Barber und andere bilden die intellektuelle Vorhut einer politischen Offensive gegen den Terrorismus, die über das Abwerfen von Care-Paketen hinausgeht. Auch in Europa beginnt langsam eine Debatte über die lange vernachlässigte Nord-Süd-Thematik.

Eine UNO-Konferenz über Globalisierung und ihre Folgen könnte der Auftakt zu einer solchen politischen Offensive sein. An Kofi Annan und der UNO läge es dann, aus dem Friedensnobelpreis 2001 eine konkrete Friedensinitiative zu entwickeln.

Trautl Brandstaller war lange ORF-Journalistin und Dokumentarfilmerin.

Der Friedensnobelpreis für die UNO und Generalsekretär Kofi Annan könnte ein Zeichen der Hoffnung sein: der Hoffnung, dass die UNO in der seit 40 Jahren wahrscheinlich gefährlichsten Krise einen dritten Weltkrieg verhindert.

Einige Anzeichen sprechen dafür, dass die USA ihre Verachtung der UNO aufgeben. Die Nachzahlung ihrer Mitgliedsbeiträge, die Suche einer Koalition mit Russland und China, die Einbindung sogenannter "Schurkenstaaten", die Versuche, die Militärschläge gegen Afghanistan völkerrechtlich zu legitimieren, machen Hoffnung, dass aus der momentanen Krise kein Weltenbrand entsteht. Wachsamkeit ist dennoch angezeigt. Die Ankündigung, der "Militärschlag" könne Jahre dauern, er könne auch andere Staaten als Afghanistan treffen, weckt eher Ängste als Hoffnung. Noch mehr Unbehagen schafft die momentane Fokussierung auf die militärische Ebene.

Von einer politischen Offensive, die die Ursachen des Terrors bekämpft, ist derzeit wenig zu hören. Während man in Österreich mit Kritik an der neoliberalen Ideologie schnell in den Geruch des "hässlichen Antiamerikanismus" kommt, hat in den USA selbst eine lebhafte Debatte über die Irrwege der kapitalistischen Entwicklung seit 1989 eingesetzt. So spricht der bekannte Politologe Benjamin Barber, nicht gerade als Linker verschrien, vom "Kapitalismus, den wir aus dem Käfig gelassen haben, und der jetzt Amok läuft", und von der Gefahr, die die derzeitige "Anarchie auf den globalen Märkten" für den Weltfrieden bedeutet. Barber und andere bilden die intellektuelle Vorhut einer politischen Offensive gegen den Terrorismus, die über das Abwerfen von Care-Paketen hinausgeht. Auch in Europa beginnt langsam eine Debatte über die lange vernachlässigte Nord-Süd-Thematik.

Eine UNO-Konferenz über Globalisierung und ihre Folgen könnte der Auftakt zu einer solchen politischen Offensive sein. An Kofi Annan und der UNO läge es dann, aus dem Friedensnobelpreis 2001 eine konkrete Friedensinitiative zu entwickeln.

Trautl Brandstaller war lange ORF-Journalistin und Dokumentarfilmerin.