Amartya Sen - © Foto: Getty Images / Hindustan Times / Samir Jana

Amartya Sen: Der Ökonom des guten Menschen

Jede Werthaltung hat ihre intellektuellen Helden. Dem radikalen Marktwirtschafter wird das Milton Friedman sein, dem Klassiker vermutlich David Ricardo. Doch wer an das Gute im Menschen und die Lösbarkeit unserer Probleme und noch dazu an die Demokratie und die Freiheit des Einzelnen glaubt, der wird Amartya Sen zum Säulenheiligen bestellen. Denn Sen hat in den Bereichen Philosophie und Ökonomie hervorragende Verdienste zum Lob des Systems erbracht. Nicht nur sagt er, dass eine Wirtschaft den besten Ertrag bringt, wenn die Menschen persönliche Freiheit und damit Entwicklungsmöglichkeit genießen, er sagt auch, dass Hunger und soziale Katastrophen durch die Institutionen der Demokratie verhindert werden können, weit mehr als durch Lebensmittellieferungen und Entwicklungshilfe.

Die Befreiung der Frau werde letztlich zur Geburtenkontrolle führen, denn Frauen, die Karriere machen, bekommen weniger Kinder. So ist der Ökonom Sen zu einem Sozialphilosophen geworden, beliebt und ausgezeichnet, auch weil er das sagt, was sich so viele wünschen: dass doch noch was geht und nicht alles verloren ist und dass das Modell Europa im Sinne der Politik doch das Allerbeste ist.

In China würde Sen keine Preise bekommen. Dort würden wohl einige meinen, dass Demokratie jedenfalls bei ihnen nicht den Hunger vertrieben hat, sondern Chinas Einparteienherrschaft. Und dass Menschen nicht nur in der Demokratie Karriere, Reichtum und Zufriedenheit erreichen können, sondern auch in den wildesten Regimen. Dass Soziale Sicherung auch in autoritären Rahmenbedingungen erfolgreich stattfinden und dass die Frauengleichberechtigung in manchen kommunistischen Regimen eher funktionierte als in oft patriarchal strukturierten Demokratien.

Aber was sie Sen nicht nehmen können, ist, dass er seit Jahrzehnten versucht, die Ökonomie aus ihrem Elfenbeinturm herauszutreiben und auf den Boden der Wirklichkeit zu bringen. Indem er sich um tatsächliche gesellschaftliche Probleme kümmert und ihre Lösung. Dieser große Ökonom ist nun mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden.

Jede Werthaltung hat ihre intellektuellen Helden. Dem radikalen Marktwirtschafter wird das Milton Friedman sein, dem Klassiker vermutlich David Ricardo. Doch wer an das Gute im Menschen und die Lösbarkeit unserer Probleme und noch dazu an die Demokratie und die Freiheit des Einzelnen glaubt, der wird Amartya Sen zum Säulenheiligen bestellen. Denn Sen hat in den Bereichen Philosophie und Ökonomie hervorragende Verdienste zum Lob des Systems erbracht. Nicht nur sagt er, dass eine Wirtschaft den besten Ertrag bringt, wenn die Menschen persönliche Freiheit und damit Entwicklungsmöglichkeit genießen, er sagt auch, dass Hunger und soziale Katastrophen durch die Institutionen der Demokratie verhindert werden können, weit mehr als durch Lebensmittellieferungen und Entwicklungshilfe.

Die Befreiung der Frau werde letztlich zur Geburtenkontrolle führen, denn Frauen, die Karriere machen, bekommen weniger Kinder. So ist der Ökonom Sen zu einem Sozialphilosophen geworden, beliebt und ausgezeichnet, auch weil er das sagt, was sich so viele wünschen: dass doch noch was geht und nicht alles verloren ist und dass das Modell Europa im Sinne der Politik doch das Allerbeste ist.

In China würde Sen keine Preise bekommen. Dort würden wohl einige meinen, dass Demokratie jedenfalls bei ihnen nicht den Hunger vertrieben hat, sondern Chinas Einparteienherrschaft. Und dass Menschen nicht nur in der Demokratie Karriere, Reichtum und Zufriedenheit erreichen können, sondern auch in den wildesten Regimen. Dass Soziale Sicherung auch in autoritären Rahmenbedingungen erfolgreich stattfinden und dass die Frauengleichberechtigung in manchen kommunistischen Regimen eher funktionierte als in oft patriarchal strukturierten Demokratien.

Aber was sie Sen nicht nehmen können, ist, dass er seit Jahrzehnten versucht, die Ökonomie aus ihrem Elfenbeinturm herauszutreiben und auf den Boden der Wirklichkeit zu bringen. Indem er sich um tatsächliche gesellschaftliche Probleme kümmert und ihre Lösung. Dieser große Ökonom ist nun mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden.

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