Porträtiert

Der Vorarlberger am Rio Xingu

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Kommenden Herbst wird es noch einmal spannend für ihn: Die Amazonien-Bischofssynode, die dann in Rom stattfindet, ist ein Kulminationspunkt für das jahrzehntelange Wirken von Dom Erwin Kräutler für Amazonien. Der gebürtige Vorarlberger war von 1981 bis 2015 Bischof der Xingu-Prälatur, der flächenmäßig größten Diözese Brasiliens. Er setzte sich dort für die Indigenen ebenso ein wie für die Erhaltung der Umwelt. Das Projekt des Mega-Staudamm von Belo Monte bekämpfte er mit vielen anderen seiner Diözesanen – erfolglos.
Auch er selbst war jahrelang im
Visier von Todeschwadronen der Großgrundbesitzer: 1987 entging er – lebensgefährlich verletzt – einem Anschlag nur knapp, sein Mitfahrer wurde beim inszenierten Autounfall getötet. 1995 beklagte er den Tod seines Mitbruders Hubert Mattler, der an seinem Bischofssitz Altamira ermordet wurde. 2005 fiel auch die US-amerikanische Ordensfrau Dorothy Stang, mit der Kräutler beim Schutz der Natur Amazoniens eng zusammengearbeitet hatte, einem Mordanschlag zum Opfer.
Diese persönlichen Erfahrungen des Todes, die auch durch zahllose Drohungen gegen Leib und Leben begleitet waren, haben Dom Erwin Kräutler
aber keineswegs gebrochen. Und auch als Emeritus setzt er sich für
die Indigenen und die Landlosen Brasiliens ein.
Der am 12. Juli 1939 in Koblach Geborene trat nach der Matura bei den Missionaren vom Kostbaren Blut ein: als junger Priester ging er 1965 als Missionar an den Rio Xingu in Brasilien. 1980 wurde er ­Koadjutorbischof in der Prälatur Xingu, die sein Onkel Erich Kräutler leitete. Nach dessen Rücktritt 1981 wurde er Bischof von Xingu – bis er vor vier Jahren emeritierte. Kräutler wurde über die Grenzen Brasiliens ob seines Einsatzes für Indigene und den Umweltschutz bekannt, im Jahr 2010 nahm er dafür den Alternativen Nobelpreis ­entgegen.
Mit dem Pontifikat von Franziskus begann auch die Kirchenspitze ein Ohr für Anliegen Dom Erwins zu haben. In Franziskus’ Enzyklika finden sich viele seiner Anliegen wieder, auch bei der Amzonien-Synode hat Dom Erwins Wort Gewicht. Am 12. Juli begeht der Vorarlberger Ordensmann in Brasilien seinen 80. Geburtstag.

Kommenden Herbst wird es noch einmal spannend für ihn: Die Amazonien-Bischofssynode, die dann in Rom stattfindet, ist ein Kulminationspunkt für das jahrzehntelange Wirken von Dom Erwin Kräutler für Amazonien. Der gebürtige Vorarlberger war von 1981 bis 2015 Bischof der Xingu-Prälatur, der flächenmäßig größten Diözese Brasiliens. Er setzte sich dort für die Indigenen ebenso ein wie für die Erhaltung der Umwelt. Das Projekt des Mega-Staudamm von Belo Monte bekämpfte er mit vielen anderen seiner Diözesanen – erfolglos.
Auch er selbst war jahrelang im
Visier von Todeschwadronen der Großgrundbesitzer: 1987 entging er – lebensgefährlich verletzt – einem Anschlag nur knapp, sein Mitfahrer wurde beim inszenierten Autounfall getötet. 1995 beklagte er den Tod seines Mitbruders Hubert Mattler, der an seinem Bischofssitz Altamira ermordet wurde. 2005 fiel auch die US-amerikanische Ordensfrau Dorothy Stang, mit der Kräutler beim Schutz der Natur Amazoniens eng zusammengearbeitet hatte, einem Mordanschlag zum Opfer.
Diese persönlichen Erfahrungen des Todes, die auch durch zahllose Drohungen gegen Leib und Leben begleitet waren, haben Dom Erwin Kräutler
aber keineswegs gebrochen. Und auch als Emeritus setzt er sich für
die Indigenen und die Landlosen Brasiliens ein.
Der am 12. Juli 1939 in Koblach Geborene trat nach der Matura bei den Missionaren vom Kostbaren Blut ein: als junger Priester ging er 1965 als Missionar an den Rio Xingu in Brasilien. 1980 wurde er ­Koadjutorbischof in der Prälatur Xingu, die sein Onkel Erich Kräutler leitete. Nach dessen Rücktritt 1981 wurde er Bischof von Xingu – bis er vor vier Jahren emeritierte. Kräutler wurde über die Grenzen Brasiliens ob seines Einsatzes für Indigene und den Umweltschutz bekannt, im Jahr 2010 nahm er dafür den Alternativen Nobelpreis ­entgegen.
Mit dem Pontifikat von Franziskus begann auch die Kirchenspitze ein Ohr für Anliegen Dom Erwins zu haben. In Franziskus’ Enzyklika finden sich viele seiner Anliegen wieder, auch bei der Amzonien-Synode hat Dom Erwins Wort Gewicht. Am 12. Juli begeht der Vorarlberger Ordensmann in Brasilien seinen 80. Geburtstag.