Michael Chalupka - Michael Chalupka, neuer lutherischer Bischof - © APA / Georg Hochmuth
Porträtiert

Die neue Stimme der Evangelischen im Land

1945 1960 1980 2000 2020
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Er ist, nach seinem Bischof Michael Bünker, wahrscheinlich das bekannteste Gesicht der Evangelischen im Land: Von 1994 bis 2018 leitete Michael Chalupka die Diakonie, den Dachverband evangelischer Sozialinstitutionen, und war – gemeinsam mit seinem Pendant von der katholischen Caritas – so etwas wie ein öffentliches soziales Gewissen. Und er ist bis heute auch im Boulevard präsent: Dass er für die Kronen Zeitung eine Kolumne schreibt, scheint auf den ersten Blick ein Wider­spruch zu seiner langjährigen Profession zu sein, sich kritisch zu fehlender Humanität in Politik und Gesellschaft zu äußern. Beide hier genannten Pole seines Wirkens markieren aber die Breite, mit der Chalupka aufgestellt ist. Auch das zeigt, wie sehr der derzeitige Leiter der Diakonie Bildung der logische Nachfolger von Michael Bünker ist, der als lutherischer Bischof Ende
August in den Ruhestand tritt. Die Evangelische Synode A.B. wählte Chalupka letztes Wochenende nun tatsächlich zum Bischof, wiewohl es zwölf langer Wahlgänge bedurfte,
bis Chalupka die nötige Zweidrittelmehrheit der 65 Synodalen errang, die im Wiener Albert-Schweitzer-Haus versammelt waren. Solches Prozedere ist nicht außergewöhnlich,
auch Vorgänger Bünker benötig­te mehrere Wahlgänge, und einmal mehr zeigte sich, dass Österreichs Lutheraner keine monolithische Institution darstellen. Die Breite zwischen evangelikalen bis zu markant gesellschaftspolitisch ausgerichteten Protestanten zeigte sich zuletzt beim Ringen um einen Kompromiss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Derartiges war eben auch in der langwierigen Bischofsfindung präsent. Dem späten „Sieger“ der Wahl ist aber die Kunst des Brückenbauens, die für den obers­ten Protes­tanten im Land essenziell ist, ganz gewiss zuzutrauen. Chalupka ist diesbezüglich ja auch politisch gefragt, übernimmt er doch von Michael Bünker die Bürde, gegenüber der Regierung die Abschaffung des Karfreitags als evangelischer Feiertag bekämpfen zu müssen. In Interviews nach der Wahl machte er klar, dass er sich dieser Auseinandersetzung stellen wird. Chalupka muss so von Anfang an eine starke öffentliche Stimme der Evangelischen sein. Keine Frage, dass er das Zeug dazu hat.

Er ist, nach seinem Bischof Michael Bünker, wahrscheinlich das bekannteste Gesicht der Evangelischen im Land: Von 1994 bis 2018 leitete Michael Chalupka die Diakonie, den Dachverband evangelischer Sozialinstitutionen, und war – gemeinsam mit seinem Pendant von der katholischen Caritas – so etwas wie ein öffentliches soziales Gewissen. Und er ist bis heute auch im Boulevard präsent: Dass er für die Kronen Zeitung eine Kolumne schreibt, scheint auf den ersten Blick ein Wider­spruch zu seiner langjährigen Profession zu sein, sich kritisch zu fehlender Humanität in Politik und Gesellschaft zu äußern. Beide hier genannten Pole seines Wirkens markieren aber die Breite, mit der Chalupka aufgestellt ist. Auch das zeigt, wie sehr der derzeitige Leiter der Diakonie Bildung der logische Nachfolger von Michael Bünker ist, der als lutherischer Bischof Ende
August in den Ruhestand tritt. Die Evangelische Synode A.B. wählte Chalupka letztes Wochenende nun tatsächlich zum Bischof, wiewohl es zwölf langer Wahlgänge bedurfte,
bis Chalupka die nötige Zweidrittelmehrheit der 65 Synodalen errang, die im Wiener Albert-Schweitzer-Haus versammelt waren. Solches Prozedere ist nicht außergewöhnlich,
auch Vorgänger Bünker benötig­te mehrere Wahlgänge, und einmal mehr zeigte sich, dass Österreichs Lutheraner keine monolithische Institution darstellen. Die Breite zwischen evangelikalen bis zu markant gesellschaftspolitisch ausgerichteten Protestanten zeigte sich zuletzt beim Ringen um einen Kompromiss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Derartiges war eben auch in der langwierigen Bischofsfindung präsent. Dem späten „Sieger“ der Wahl ist aber die Kunst des Brückenbauens, die für den obers­ten Protes­tanten im Land essenziell ist, ganz gewiss zuzutrauen. Chalupka ist diesbezüglich ja auch politisch gefragt, übernimmt er doch von Michael Bünker die Bürde, gegenüber der Regierung die Abschaffung des Karfreitags als evangelischer Feiertag bekämpfen zu müssen. In Interviews nach der Wahl machte er klar, dass er sich dieser Auseinandersetzung stellen wird. Chalupka muss so von Anfang an eine starke öffentliche Stimme der Evangelischen sein. Keine Frage, dass er das Zeug dazu hat.