Henzinger - © Foto: APA / Herbert Neubauer

Monika Henzinger: „Algorithmen sind wie Kochrezepte“

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Die Informatikerin Monika Henzinger erhält heuer den höchstdotierten Wissenschaftspreis des Landes, den Wittgenstein-Preis.

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Die Informatikerin Monika Henzinger erhält heuer den höchstdotierten Wissenschaftspreis des Landes, den Wittgenstein-Preis.

Die Informatikerin Monika Henzinger erhält heuer den höchstdotierten Wissenschaftspreis des Landes. Der oft als „Austro-Nobelpreis“ bezeichnete Wittgenstein-Preis ist 1,5 Millionen Euro schwer. Für die 55-jährige Algorithmenspezialistin von der Uni Wien ist es nach ihrem bereits zweiten „Advanced Grant“ vom Europäischen Forschungsrat (ERC) allein 2021 schon der zweite große Forschungspreis. Sechs Nachwuchsforscher erhalten jeweils 1,2 Millionen Euro. Monika Henzinger – sie ist am Forschungsbereich „Theorie und Anwendungen von Algorithmen“ tätig – möchte ihren Wittgenstein-Preis einerseits dafür nutzen, mehr Aufmerksamkeit auf die Informatik zu lenken und vielversprechende Nachwuchsforscher zu holen und längerfristig zu binden.

„Ich möchte mit dem Preis versuchen, Laufbahnstellen aufzubauen.“ Ihr Fach habe nicht viel mit dem angestaubten Bild des männlichen Computernerds zu tun, der seine Zeit nur vor dem Arbeitsgerät verbringt. Nicht zuletzt in Zeiten fortschreitender Digitalisierung biete das Fach heutzutage sogar die Möglichkeit, „die Welt zu verändern“, zeigte sich die in Weiden in der Oberpfalz (Deutschland) geborene Mutter von drei Kindern überzeugt. Henzinger kann auf einen beeindruckenden Weg als Forscherin mit Stationen in den USA, wo sie u. a. um die Jahrtausendwende als Google-Forschungsleiterin fungierte, in Deutschland und der Schweiz zurückblicken. 2009 wechselte sie nach Wien, wo sie eine Professur annahm. Algorithmen hat die Forscherin einmal als „Kochrezepte“ für Computersysteme bezeichnet. Eine der Grundfragen in vielen Forschungsbereichen sei momentan, wie man etwa aus den vielen anfallenden medizinischen Daten Informationen zum Wohle aller herauszieht, ohne Persönlichkeitsrechte zu verletzen. In Österreich sind zurzeit etwa 20 Prozent der Informatikstudenten Frauen. Das sei „nicht katastrophal“, könnte aber deutlich mehr sein, so Henzinger. „Es sollte auch Mädchen vermittelt werden: Wenn du gerne Sudoku-Rätsel löst, solltest du vielleicht überlegen, ob du nicht Informatik studieren willst.“

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