Erhard Busek  - © FOTO: APA/GEORG HOCHMUTH
Porträtiert

Schüssel über Busek: Ein bunter Vogel bleibt auch im Alter bunt

1945 1960 1980 2000 2020

Zum 80. Geburtstag von Erhard Busek: eine persönliche Würdigung von Wolfgang Schüssel.

1945 1960 1980 2000 2020

Zum 80. Geburtstag von Erhard Busek: eine persönliche Würdigung von Wolfgang Schüssel.

Geboren am 25. März 1941, mitten im Krieg, aufgewachsen im halb zerstörten Wien, bürgerlich erzogen – id est: Begeisterung für Literatur, Theater, Rhetorik und Diskussionsfreude, Disziplin, Intellekt. Katholik sein – das hieß im Nachkriegswien freies Durchatmen und Reformen. „Löscht den Geist nicht aus“, war das Motto des ersten Katholikentags 1952 und die nachhaltige Prägung durch Persönlichkeiten wie Otto Mauer, Karl Strobl, Pater Debray und die Katholische Aktion. Öffnung der Kirche in Richtung Ökumene, gesellschaftspolitische und soziale Fragen, Liturgiereform waren die wichtigen Themen. Erhard Busek war hier Beweger, Motivator, Vorbild für viele Junge. Erste politische Gehversuche im ÖVP-Klub, dann als General im Wirtschaftsbund. Auch dort Reformen – gegen die verstaubte Gewerbe­ordnung und Preis-Marktregelungen. Anerkennung der Bedeutung der freien Berufe und der leitenden Angestellten durch Gründung des Management-Clubs. Mit dem tödlichen Unfall Karl Schleinzers übernahm Josef Taus im Tandem mit Erhard Busek als Generalsekretär die Volkspartei. Die Städte und die politische Mitte rückten ins Zentrum der politischen Programmarbeit, die mit der Übernahme der Wiener Volkspartei vollendet wurde.