
Auf dem Bücher-Tisch
Eine Auswahl an Neuerscheinungen zum Thema Religion und Gesellschaft aus dem Jahr 2022.
Eine Auswahl an Neuerscheinungen zum Thema Religion und Gesellschaft aus dem Jahr 2022.
Zum Jahresende stapeln sich im Religions-Ressort der FURCHE die Bücher. Eine Auswahl davon kann im Folgenden kurz vorgestellt werden: Der Kriminalroman des Theologen, ein neuer Blick auf die Forschungsergebnisse zu Qumran, Auseinandersetzung mit Demokratie und Religion, Literatur zu Missbrauch und digitalen Entwicklungen sowie ein nicht nur kirchlicher Blick aufs Brot.
Krimi am Abend des Katholizismus
Sich als Theologe an einem Kriminalroman zu versuchen, kann einen Gang auf dünnem Eis bedeuten. Gregor Maria Hoff, Salzburger Fundamentaltheologe und FURCHE-Autor, geht dieses Wagnis in seinem Buch „Welt verloren“ dennoch ein. Wobei der literarische Zugang zugleich den gelungenen, wenn auch anspruchsvoll zu lesenden Versuch darstellt, theologische Fragestellungen „profan“ zu verhandeln. Hoff lässt „Welt verloren“ rund um den pensionierten, am Niederrhein lebenden Priester Jacob Beerwein spielen, der mit seinem nebenan lebenden Freund Melchior jäh aus der erwarteten Beschaulichkeit gerissen wird, als beider ehemaliger Schulfreund Raven ermordet wird. Dass das Krimi-Genre immer eine Auseinandersetzung mit dem Tod ist und dass hier der Theologe erst recht gefragt bleibt, wird gerade in „Welt verloren“ deutlich. Dazu kommt, dass Hoff nicht nur einen Priester am Lebensabend in den Fokus rückt, sondern den Abend des römischen Katholizismus herkömmlicher Façon zum Thema macht. Dass es bei all dem auch um die Fragen nach Schuld und Gerechtigkeit sowie nach dem Gottesbild geht, wird bei diesem Autor wenig verwundern.
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