Aufbruch
Religion

Den Aufbruch wagen

1945 1960 1980 2000 2020

Angesichts des Wandels in eine offene Zukunft gehen: Dazu ermutigt der Lehrgang „Aufbrüche – christliche Spiritualität in der Weltgesellschaft“. Eine Hinführung.

1945 1960 1980 2000 2020

Angesichts des Wandels in eine offene Zukunft gehen: Dazu ermutigt der Lehrgang „Aufbrüche – christliche Spiritualität in der Weltgesellschaft“. Eine Hinführung.

Die Karten werden gerade neu gemischt. Durch die Covid-19-Krise ist das System plötzlich zum Stillstand gekommen, alte Gewohnheiten funktionierten plötzlich nicht mehr, und unter dem Vorzeichen einer sogenannten „neuen Normalität“ werden die Verhältnisse neu organisiert. Das gilt für die politischen Verhältnisse im Großen genauso wie für persönliche Lebensumstände und Orientierungen. Wohin geht der Weg nach einem Aufbruch, der überhastet und unvorbereitet durch ein Virus erzwungen wurde?

Aufbrüche – und das ist die andere Seite der Medaille – gehören zur Menschheitsgeschichte wie das Salz in die Suppe. Das beginnt mit dem Aufbruch der ersten Hominiden aus Afrika vor x Millionen Jahren. Man könnte die ganze Geschichte der Menschheit als eine Geschichte von immer neuen Aufbrüchen in unsicheren Zeiten schreiben. Doch wohin geht die Reise diesmal?

Vertrauen in das Unverfügbare

Abraham, eine prototypische Figur des Aufbruchs und als Stammvater verehrt von Juden, Christen und Muslimen, brach auf mit seiner ganzen Familie und Habe, um dorthin zu gehen, wohin Gott ihn führen würde. Er wusste nicht, wohin, aber war sich sicher, seine Familie und er würden ankommen – wo auch immer.

Diese Haltung des Vertrauens in die eigene Kraft und zugleich und tiefer in das Unverfügbare, Unsagbare ist nicht einfach. Doch es ist rettend. „Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, sagt Hölderlin in „Patmos“. Es geht um neue Orientierungen. Das erzwingt mehr noch als die Pandemie die Klimakrise, die sich immer deutlicher abzeichnet. Damit sich wirklich und so rasch wie möglich etwas ändern kann, werden neue Haltungen wichtig sein. Mit anderen Worten, wenn sich das „Werte-System“ nicht grundlegend ändert, gibt es „mehr vom selben“ statt Lösungen.