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Religion

eine Perfidie ohne ende

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Vor Jahresfrist bezichtigten sie ihn mit einer "kindlichen Maßregelung" der Häresie. Nun haben die konservativen Papstkritiker das Missbrauchsthema entdeckt, das sie wider den ungeliebten Pontifex instrumentalisieren: Just während der diesbezüglich heiklen Irlandreise des Papstes hat der ehemalige Nuntius in den USA, Erzbischof Carlo Maria Viganò, ein mehrseitiges "Zeugnis" verbreitet, das in der Behauptung gipfelt, Franziskus habe seit Jahren von den sexuellen Verfehlungen des Washingtoner Alterzbischofs Theodore McCarrick, den der Papst soeben aus dem Kardinalsstand entlassen hat, gewusst. Und Viganò, der sich seinerzeit schon mit Benedikt XVI. angelegt hatte, weil er mit seiner Entsendung als Nuntius nach Washington nicht einverstanden war, fordert gar den Rücktritt von Franziskus.

Der Papst hat -auf dem Rückfllug von Irland -die Journalisten aufgefordert, das Papier des entfesselten Prälaten nach journalistisch-professionellen Kriterien zu prüfen. Die das bislang taten, förderten eine Ungereimtheit nach der anderen zutage. Und dass es sich von Timing und Duktus um eine weitere konzertierte Aktion von rechts handelt, den Pontifex loszuwerden. Bei Benedikt XVI. haben die damals von Viganò angestoßenen Wirren zu VatiLeaks letztlich zu dessen Rückritt geführt -Joseph Ratzinger fühlte sich gerade den Intrigen nicht mehr gewachsen.

Wahrscheinlich hoffen die Autoren und Verbreiter des jüngsten Papiers Nämliches. Jedenfalls versuchen sie, die Missbrauchsfälle dem "liberalen" Kirchenflügel zuzuordnen -auch das ist blanker Unsinn. Vor allem in den USA hinterfragten einschlägige Bischöfe, aber auch führende Konservative wie der Publizist George Weigel das Viganò-Papier nicht kritisch, sondern verlauteten in auffälliger Einmütigkeit maliziös, sie würden den Ex-Nuntius als durch und durch glaubwürdige Person kennen.

Das ist Kulturkampf am Rande eines Schismas. Diejenigen, die früher auf absolute Papsttreue pochten, befleißigen sich eines Tones und einer Argumentation gegen Franziskus, die nur als perfide -im Wortsinn: treulos - zu bezeichnen ist. Und fügen der ohnehin schon gebeutelten katholischen Kirche noch mehr Schaden zu.

Vor Jahresfrist bezichtigten sie ihn mit einer "kindlichen Maßregelung" der Häresie. Nun haben die konservativen Papstkritiker das Missbrauchsthema entdeckt, das sie wider den ungeliebten Pontifex instrumentalisieren: Just während der diesbezüglich heiklen Irlandreise des Papstes hat der ehemalige Nuntius in den USA, Erzbischof Carlo Maria Viganò, ein mehrseitiges "Zeugnis" verbreitet, das in der Behauptung gipfelt, Franziskus habe seit Jahren von den sexuellen Verfehlungen des Washingtoner Alterzbischofs Theodore McCarrick, den der Papst soeben aus dem Kardinalsstand entlassen hat, gewusst. Und Viganò, der sich seinerzeit schon mit Benedikt XVI. angelegt hatte, weil er mit seiner Entsendung als Nuntius nach Washington nicht einverstanden war, fordert gar den Rücktritt von Franziskus.

Der Papst hat -auf dem Rückfllug von Irland -die Journalisten aufgefordert, das Papier des entfesselten Prälaten nach journalistisch-professionellen Kriterien zu prüfen. Die das bislang taten, förderten eine Ungereimtheit nach der anderen zutage. Und dass es sich von Timing und Duktus um eine weitere konzertierte Aktion von rechts handelt, den Pontifex loszuwerden. Bei Benedikt XVI. haben die damals von Viganò angestoßenen Wirren zu VatiLeaks letztlich zu dessen Rückritt geführt -Joseph Ratzinger fühlte sich gerade den Intrigen nicht mehr gewachsen.

Wahrscheinlich hoffen die Autoren und Verbreiter des jüngsten Papiers Nämliches. Jedenfalls versuchen sie, die Missbrauchsfälle dem "liberalen" Kirchenflügel zuzuordnen -auch das ist blanker Unsinn. Vor allem in den USA hinterfragten einschlägige Bischöfe, aber auch führende Konservative wie der Publizist George Weigel das Viganò-Papier nicht kritisch, sondern verlauteten in auffälliger Einmütigkeit maliziös, sie würden den Ex-Nuntius als durch und durch glaubwürdige Person kennen.

Das ist Kulturkampf am Rande eines Schismas. Diejenigen, die früher auf absolute Papsttreue pochten, befleißigen sich eines Tones und einer Argumentation gegen Franziskus, die nur als perfide -im Wortsinn: treulos - zu bezeichnen ist. Und fügen der ohnehin schon gebeutelten katholischen Kirche noch mehr Schaden zu.