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Religion

"Gottes Geist ist unbequem"

1945 1960 1980 2000 2020
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Daß ihn viele als "Bischof Maximilian" titulieren, hat nicht nur mit seiner kirchlichen Herkunft zu tun: Maximilian Aichern, einst "Pater Maximilian", heute Bischof von Linz, ist der gütige, menschenfreundliche Seelsorger geblieben, einer, den das Amt nicht von den Sorgen und Nöten der Menschen entfremdet hat.

Am Stefanitag feierte der Benediktiner, der vor seiner Bischofsernennung 1981 Abt des Stiftes St. Lambrecht war, den 65. Geburtstag. Seine persönliche Geschichte schien ihn für den Linzer Bischofsstuhl, wo er für viele Industrieregionen zuständig ist, zu prädestinieren: Sie begann mit Fleischerlehre und Mitarbeit im elterlichen Betrieb in Wien. Erst danach trat er in den Benediktinerorden ein und entschied sich für ein geistliches Leben.

Der Herkunft getreu wurden die sozialen Themen ein Herzensanliegen der Pastoral von Bischof Maximilian, das gilt im Kleinen (etwa im Eintreten für die Angestellten seines Bereichs) ebenso wie für die Frage der sozialen Gerechtigkeit im Großen: Unter seiner Federführung entstand 1990 der Sozialhirtenbrief der österreichischen Bischöfe, und auch beim derzeit laufenden "Dialog für Österreich" meldet sich Aichern immer wieder als mahnendes soziales Gewissen zu Wort.

In Österreichs Episkopat gehört Maximilian Aichern mittlerweile der Minderheit an: zu den prononciert Konservativen zählt der Linzer Hirte nicht. Das macht ihm gerade in seiner Diözese das Leben nicht leicht, findet man in Linz - neben einem beachtlichen kirchlichen Laienengagement - auch viele der organisierten (ultra)konservativen Gruppierungen und Katholiken. Wer Bischof Maximilian kennt, weiß, wie sehr ihn die Auseinandersetzungen zwischen den Flügeln der Kirche schmerzen und seine Herzensgüte heftig herausfordern.

Dennoch steht Aichern für eine Kirche, wie sie sich nach dem II. Vatikanum entwickelte. Und er sucht das Gespräch mit allen, nennt aber auch seine Prioritäten. So predigte er Mitte Dezember bei der Monatswallfahrt in Maria Roggendorf (wahrhaftig kein Versammlungsort der Progressiven in der Kirche!) für ein "Erneuerungsprogramm im Heiligen Geist": "Der Geist Gottes ist kein bequemer Geist, der das Bestehende konserviert", mahnte Bischof Maximilian und benannte einmal mehr, wofür sich die Kirche einsetzen muß - gerechtere Wirtschaftsstrukturen, Menschenwürde, Lebensschutz, Arbeitsmöglichkeiten für alle, die Erhaltung der Sonn- und Feiertage.

Maximlian Aichern kämpft so für eine Kirche mit menschlichem und sozialem Gesicht.

Daß ihn viele als "Bischof Maximilian" titulieren, hat nicht nur mit seiner kirchlichen Herkunft zu tun: Maximilian Aichern, einst "Pater Maximilian", heute Bischof von Linz, ist der gütige, menschenfreundliche Seelsorger geblieben, einer, den das Amt nicht von den Sorgen und Nöten der Menschen entfremdet hat.

Am Stefanitag feierte der Benediktiner, der vor seiner Bischofsernennung 1981 Abt des Stiftes St. Lambrecht war, den 65. Geburtstag. Seine persönliche Geschichte schien ihn für den Linzer Bischofsstuhl, wo er für viele Industrieregionen zuständig ist, zu prädestinieren: Sie begann mit Fleischerlehre und Mitarbeit im elterlichen Betrieb in Wien. Erst danach trat er in den Benediktinerorden ein und entschied sich für ein geistliches Leben.

Der Herkunft getreu wurden die sozialen Themen ein Herzensanliegen der Pastoral von Bischof Maximilian, das gilt im Kleinen (etwa im Eintreten für die Angestellten seines Bereichs) ebenso wie für die Frage der sozialen Gerechtigkeit im Großen: Unter seiner Federführung entstand 1990 der Sozialhirtenbrief der österreichischen Bischöfe, und auch beim derzeit laufenden "Dialog für Österreich" meldet sich Aichern immer wieder als mahnendes soziales Gewissen zu Wort.

In Österreichs Episkopat gehört Maximilian Aichern mittlerweile der Minderheit an: zu den prononciert Konservativen zählt der Linzer Hirte nicht. Das macht ihm gerade in seiner Diözese das Leben nicht leicht, findet man in Linz - neben einem beachtlichen kirchlichen Laienengagement - auch viele der organisierten (ultra)konservativen Gruppierungen und Katholiken. Wer Bischof Maximilian kennt, weiß, wie sehr ihn die Auseinandersetzungen zwischen den Flügeln der Kirche schmerzen und seine Herzensgüte heftig herausfordern.

Dennoch steht Aichern für eine Kirche, wie sie sich nach dem II. Vatikanum entwickelte. Und er sucht das Gespräch mit allen, nennt aber auch seine Prioritäten. So predigte er Mitte Dezember bei der Monatswallfahrt in Maria Roggendorf (wahrhaftig kein Versammlungsort der Progressiven in der Kirche!) für ein "Erneuerungsprogramm im Heiligen Geist": "Der Geist Gottes ist kein bequemer Geist, der das Bestehende konserviert", mahnte Bischof Maximilian und benannte einmal mehr, wofür sich die Kirche einsetzen muß - gerechtere Wirtschaftsstrukturen, Menschenwürde, Lebensschutz, Arbeitsmöglichkeiten für alle, die Erhaltung der Sonn- und Feiertage.

Maximlian Aichern kämpft so für eine Kirche mit menschlichem und sozialem Gesicht.