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Hilfe gegen Homosexualität

1945 1960 1980 2000 2020

Für den, der sich auf Christus einläßt, gibt es wirkliche Hoffnung, wenn er sich von homosexuellen Haltungen befreien will.

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Für den, der sich auf Christus einläßt, gibt es wirkliche Hoffnung, wenn er sich von homosexuellen Haltungen befreien will.

Wie soll die Kirche mit Homosexuellen umgshen? Genauso, wie sie mit allen Sündern umgeht, die eines Retters bedürfen! - Jesus Christus, dieser Retter, kommt mit Wahrheit und Liebe, mit Barmherzigkeit und Erlösung von den Sünden. Dies ist ein entscheidender Zusammenhang, der oft in den endlosen Diskussionen fehlt, die um dieses kontroversielle Thema kreisen.

Als römisch-katholischer Priester, ausgebildeter psychologischer Berater und Pädagoge kenne ich viele Menschen, die mit homosexuellen Versuchungen kämpfen. Ich sage nicht „homosexuelle Menschen”, denn so werden diese Menschen auf eine Beihe von Schwierigkeiten reduziert, von denen sie frei sein wollen (oder auch nicht). Die Kirche lehrt, daß die Taufe Grundlage unserer Identität ist: wie wir mit Christus gestorben sind, so leben wir für Gott - bis zum ewi gen Leben. Erwachsene Katholi* ken sollten ihre Taufgelübde regelmäßig erneuern -und zwar nicht nur mit den Lippen: Wir sollten das neue Leben, das uns jeden Tag geschenkt wird, auch leben. Dieses Geschenk ermöglicht es allen, angesichts der Härten und Sünden, zu bestehen.

Heute erfahren viele Menschen eine „Krise des Glaubens” (Johannes Paul IL). Diese Krise hat im besonderen mit dem fehlenden Glauben zu tun, daß Gott lebt und in der Welt wirkt. Die Wahrheiten, die diese Wirklichkeit der Schöpfung Gottes und der Erlösung der Menschheit beherzigen, helfen dabei, eine christliche Weltsicht aufzubauen. Heute wird diese Sicht von vielen Menschen geleugnet. Einige nehmen - trotz ihrer Heimsuchungen und ihrer Dunkelheit - dennoch am Leben der Kirche teil, aber Gott sehnt sich danach, allen Glaubenden (den starken wie den schwachen) den Glauben zu stärken und die Herzen zur Umkehr zu bewegen. Gott hat uns neues Leben zugesagt, wenn wir an Christus glauben und auf ihn vertrauen.

Jede Diskussion über unser Thema muß mit der Frage der „Souveränität Gottes” beginnen. Dostojewskij schreibt in den „Brüdern Karamasow”: „Wenn es Gott nicht gibt, ist alles erlaubt.” Wer also glaubt, daß Gott existiert, muß sich der Frage von Gottes Eingreifen und Willen ins eigene Leben und das aller Menschen stellen. Katholiken müssen (bis ins Innerste der Person) von den geoffenbarten Wahrheiten radikal geleitet sein, die am persönlichsten in einer vertrauten Beziehung zu Christus gefunden werden - durch Gebet, die Heilige Schrift, die Sakramente und das Leben der Kirche, die der Leib Christi ist. Viele sehen die Heilige Schrift als Quelle für Antworten auf komplexe Lebensfragen. Die Auseinandersetzung darüber, was die Schrift zur homosexuellen Aktivität Erwachsener sagt, muß in die Gesamtheit des Evangeliums gestellt werden, oder die Bibel wird eindeutig mißverstanden, wenn die Frage: Wie sollen wir leben? aufkommt.

Meine Zusammenarbeit mit Gruppen wie „Exodus International” (ein Zusammenschluß christlicher Organisationen, die sexuell zerrissenen Menschen zu mehr Unterstützung und Freiheit verhelfen) und „Courage” (eine spezifisch katholische Gruppe, in den USA von John Harvey OSFS gegründet, die diejenigen unterstützt, die gläubig dem Ruf der Kirche zu sexueller Enthaltsamkeit folgen) erinnert mich an die Macht und Barmherzigkeit Gottes, der uns aufruft, ein Volk zu sein, das auf ihn hofft und zuläßt, daß die Hoffnung uns verändert. Ich habe das Zeugnis der Veränderung im Leben von Menschen gesehen, die in Sklaverei lebten und nun den Frieden genießen können, der nur von Gott kommt. Dieser Prozeß von Wachstum und Umkehr ist nicht leicht; er ist aber der Weg der Jünger, die dem Meister folgen, der ebenso gelitten hat und von denen, die er retten wollte, abgelehnt wurde. Diese Gruppen bringen Hilfe und Hoffnung, wenn vermeintliche Experten die Menschen glauben lassen, man müsse nichts anderes tun als .das „anzunehmen und zu feiern”, von dem sie im Herzen wissen, daß es Sorge und wenig Erfüllung bringt.

Die Kirche muß - „gelegen oder ungelegen” - die Liebe Christi verkünden, die in der Wahrheit über die Würde und das Ziel, zu dem die Menschen bestimmt sind, grundgelegt ist. Der Katechismus der Katholischen Kirche betont, daß wir erstens ein Volk sind, das glaubt, zweitens eines, das feiert, erst dann wird in ihm das moralische Leben behandelt: Moral und ihre komplexen Fragestellungen können nur im Licht göttlicher und menschlicher Wahrheit und Liebe gesehen werden.

Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen demoralisiert sind. Dank der Arbeit von Menschen wie John Harvey (Autor von „The Truth About Homos-exuality: The Cry of the Faithful”, 1996) oder des niederländischen Psychologen Gerard J. M. Van Den Aarweg (Autor von „The Battie For Normality: A Guide For (Self-)Therapy For Ho-mosexuality”, 1997), der seit Jahrzehnten erfolgreich mit Männern und Frauen arbeitet, die sich von ungewollten homosexuellen Gefühlen und/oder Haltungen befreien wollen, gibt es wirkliche Hilfe und Hoffnung: Es ist die Liebe Jesu Christi, die in der Kirche lebt. Der schwierige Weg aller, die mit besonderen Kämpfen und Verirrungen konfrontiert sind, fordern zum Glauben heraus, daß der Retter gesandt wurde und ruft: „Folgt mir nach!”

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