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Religion

Keine schwarzweiss-sicht

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Und wieder erweist sich Papst Franziskus in den Augen der Hardliner-Fraktion als Verräter an Glauben und den - diesfalls: chinesischen -Christen. Am Abkommen zwischen Peking und Rom über Bischofsernennungen, das vor kurzem unterzeichnet wurde, lassen die Papstgegner kein gutes Haar. Dass Kardinal Zen, Emeritus von Hongkong, das Abkommen einen "Pakt mit dem Teufel" nannte, passt gut zur Einteilung der Kirchenwelt in Gut und Böse.

Doch -und das ist den vermeintlich Unbeugsamen, die hier ohne Wenn und Aber das Richtige zu wissen vorgeben -entgegenzuhalten: Die kirchliche Lage im Reich der Mitte ist diffizil und nicht mit Entweder-Oder zu beschreiben. Außerdem fehlt gerade im freien Westen die Kenntnis, um abschließende Bewertungen abzugeben.

Wer in der Volksrepublik China Kirchen und kirchliche Initiativen besucht hat, ahnt, dass die Einteilung in - böse, weil mit der KP verbandelte - "Patriotische Kirche" und -gute - "Untergrundkirche" viel zu simpel ist. Zwischen beiden sind die Übergänge völlig fließend, Drangsalisierungen (wenn auch nicht physische Bedrohungen) des religionsfeindlichen Regimes, das in sich auch wieder nicht monolithisch agiert, gibt es auch gegenüber "patriotischen" Bischöfen. Und Rom versucht seit Jahren und lang vor Franziskus, jedenfalls soviel Konsens wie möglich mit den staatlichen Machthabern zu erreichen. Dass es bloß sieben "regimetreue" Bischöfe waren, die bislang von Rom nicht anerkannt wurden, mag Indiz dafür sein.

Man kann das "provisorische Abkommen" mit Argusaugen betrachten und dessen Intransparenz (bis heute ist dessen Inhalt nicht bekannt) kritisieren. Vielleicht ist Kardinal Zens Qualifizierung eines "Pakts mit dem Teufel" gar nicht so abwegig, aber welche Wahl hat(te) Rom?

Kämpfer für Religionsfreiheit können wenig mehr tun, als Menschenrechtsverletzungen gegenüber Christen in China öffentlich zu machen. Und ebenso beharrlich zu bleiben wie die römischen Verhandler, denen man nicht unterstellen soll, sie würden Chinas Katholiken dem Regime "ausliefern" wollen. Und ebendiese Christen für die Grabenkämpfe wider den derzeitigen Papst zu instrumentalisieren, sollte erst recht ein Tabu sein.

Und wieder erweist sich Papst Franziskus in den Augen der Hardliner-Fraktion als Verräter an Glauben und den - diesfalls: chinesischen -Christen. Am Abkommen zwischen Peking und Rom über Bischofsernennungen, das vor kurzem unterzeichnet wurde, lassen die Papstgegner kein gutes Haar. Dass Kardinal Zen, Emeritus von Hongkong, das Abkommen einen "Pakt mit dem Teufel" nannte, passt gut zur Einteilung der Kirchenwelt in Gut und Böse.

Doch -und das ist den vermeintlich Unbeugsamen, die hier ohne Wenn und Aber das Richtige zu wissen vorgeben -entgegenzuhalten: Die kirchliche Lage im Reich der Mitte ist diffizil und nicht mit Entweder-Oder zu beschreiben. Außerdem fehlt gerade im freien Westen die Kenntnis, um abschließende Bewertungen abzugeben.

Wer in der Volksrepublik China Kirchen und kirchliche Initiativen besucht hat, ahnt, dass die Einteilung in - böse, weil mit der KP verbandelte - "Patriotische Kirche" und -gute - "Untergrundkirche" viel zu simpel ist. Zwischen beiden sind die Übergänge völlig fließend, Drangsalisierungen (wenn auch nicht physische Bedrohungen) des religionsfeindlichen Regimes, das in sich auch wieder nicht monolithisch agiert, gibt es auch gegenüber "patriotischen" Bischöfen. Und Rom versucht seit Jahren und lang vor Franziskus, jedenfalls soviel Konsens wie möglich mit den staatlichen Machthabern zu erreichen. Dass es bloß sieben "regimetreue" Bischöfe waren, die bislang von Rom nicht anerkannt wurden, mag Indiz dafür sein.

Man kann das "provisorische Abkommen" mit Argusaugen betrachten und dessen Intransparenz (bis heute ist dessen Inhalt nicht bekannt) kritisieren. Vielleicht ist Kardinal Zens Qualifizierung eines "Pakts mit dem Teufel" gar nicht so abwegig, aber welche Wahl hat(te) Rom?

Kämpfer für Religionsfreiheit können wenig mehr tun, als Menschenrechtsverletzungen gegenüber Christen in China öffentlich zu machen. Und ebenso beharrlich zu bleiben wie die römischen Verhandler, denen man nicht unterstellen soll, sie würden Chinas Katholiken dem Regime "ausliefern" wollen. Und ebendiese Christen für die Grabenkämpfe wider den derzeitigen Papst zu instrumentalisieren, sollte erst recht ein Tabu sein.