Kultur und Geschichte I - © Ordensgemeinschaften
Religion

„Kulturelles Erbe in guten Händen“

1945 1960 1980 2000 2020

Von den großen Stiften bis zur Geschichte kleiner Gemeinschaften: „Kultur“ bleibt den Ordensgemeinschaften bis heute wichtig.

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Von den großen Stiften bis zur Geschichte kleiner Gemeinschaften: „Kultur“ bleibt den Ordensgemeinschaften bis heute wichtig.

Seit einem Jahr leitet die Kunsthis­torikerin Karin Mayer den Bereich „Kulturgüter und Dokumentation“ der österreichischen Ordensgemeinschaften. Im FURCHE-Gespräch erzählt Mayer von den vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen für die Orden, ihre „Kultur“ zu erhalten und heutig zu machen.

DIE FURCHE: Mit den Orden verbinden viele Menschen Stifte und Klöster, meist etwas sehr Altes. Ist das der Fokus, mit dem auch Sie sich auseinandersetzen?
Karin Mayer: Mein Fokus geht weiter. Die Ordenslandschaft in Österreich ist sehr vielfältig. Es gibt 195 verschiedene Ordensgemeinschaften, die auch in ihrer jeweiligen Gründungsgeschichte sehr unterschiedlich sind – vom Mittelalter über die Neuzeit bis in die Gegenwart. Die großen Stifte sind im Bild der Gesellschaft gut verankert und sind natürlich auch für den Tourismus wertvoll. Aber auch kleinere Gemeinschaften sind wichtig. Sie sollten ebenso im kulturellen Bewusstsein wahrgenommen werden.

DIE FURCHE: Was ist das Wichtige an kleineren Gemeinschaften?
Mayer: Jede Gemeinschaft hat eine Gründungsgeschichte und einen Sendungsauftrag. Als Verantwortliche im Bereich Kultur und Dokumentation berate ich die Orden im Umgang mit ihren Kulturgütern. Dabei spielt auch der Zusammenhang mit ihrem Wirken eine bedeutende Rolle, wie etwa im Bereich der Bildung oder der Gesundheit …

DIE FURCHE: … etwa die Barmherzigen Brüder oder Schwestern: Da denkt man an Spitäler – die meist moderne Gebäude sind. Was ist hier an Kulturgütern interessant?
Mayer: Wenn Sie die Barmherzigen Schwes­tern nennen, ist das ein gutes Beispiel auf die Kulturgüter aufmerksam zu machen. Zu ihren Werken zählen nicht nur Spitäler, sondern auch Schulen. In ihren Gebäuden gibt es Kapellen mit bemerkenswerter Ausstattung, im Konventgebäude befinden sich Bibliotheken, Archive und Sammlungen an Kunstwerken. Sie sind im Laufe des Wirkens der Schwestern entstanden, z. B. durch private Schenkungen, und Teil des kulturellen Erbes geworden. All diese Kulturgüter gilt es zu verwalten und zu pflegen.