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Schwarz-Blau, Skalnik und Ungarn

Schwarzblau aus Kakanien Von Oliver Tanzer Nr. 1, Seite 1

Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Leitartikel. Ich kann nur hoffen, dass viele Freunde ihn und auch die Erinnerung an den Abschiedsbrief von Kurt Skalnik ("Anno dazumal" Nr. 51/52, S. 24) lesen werden.

Ich darf Sie aus diesem Anlass auch auf das kürzlich erschienene Buch der herausragenden ungarischen Autorin Krisztina Tóth "Die brennende Braut" aufmerksam machen. Diese Kurzgeschichten verleihen einen tiefen Einblick in jene ungarische Wirklichkeit, die man leider in unserem Land kaum kennt.

Paul Lendvai via Mail

Diesen Journalismus braucht das Land

wie oben

Klar und gut, das Beste seit langem! Danke für ihre Offenheit! Ich wünsche der FURCHE und ihren Redakteuren alles Gute für 2018 und "weiter so". Das Land braucht diesen Journalismus dringend.

Stephan Postl 4742 Pram

Genau hinschauen, abwarten und dann erst kritisieren!

wie oben

Ihr Beitrag ist zum Großteil Journalistengefasel! Dass Sie der alten Regierung unter SPÖ-Führung nachweinen, wundert mich ja auf Grund vieler Ihrer Beiträge nicht. Ob die "Aktion 20.000" sinnvoll ist, kann ich nicht beurteilen, und von Ihnen habe ich auch keine Begründung bekommen, warum diese weitergeführt werden soll. Jene, dass die Beendigung nur aus politischer Rache gegenüber der SPÖ kommt, lasse ich nicht gelten.

Bezeichnend auch, dass gerade neben Ihrem Artikel ein Auszug aus der Neujahrspredigt von Papst Franziskus steht, der dazu aufruft, sich "vor der Betäubung durch Lärm und Geschwätz zu schützen". Ihren Artikel empfinde ich -mit Verlaub -als nicht viel mehr als Geschwätz.

Bitte sehen Sie sich in Zukunft politische Diskussionen und Vorschläge doch etwas genauer an, warten Sie etwas ab, wohin die Diskussion wirklich geht, und untermauern Sie -wenn notwendig - Ihre Kritik dann auch mit Fakten!

Ewald Gruber sen. via Mail

...und im Hintergrund höre ich den Radetzkymarsch

Ich gebe zu, dass die Liebe zum Schüttelreimen mitunter zwanghafte Ausmaße annehmen kann; so ergab es sich auch, dass ich in den ersten Jännertagen erstmals von der Regierung Krache-Sturz sprach. Nun, nach der Lektüre des sehr feinen Leitartikels von Oliver Tanzer, kommt es mir dabei immer vor, als hörte ich im Hintergrund den Radetzkymarsch Vielen Dank!

Dr. Roland Kadan 1140 Wien

Immerhin fehlt diesmal der "Islamophobie"-Vorwurf

Von türkis-blauer Islampolitik Von Farid Hafez Nr. 1, Seite 7

Für welche Leserschaft formuliert Herr Hafez? Österreichs Gesetze werden für diesen Wissenschafter "eingeführt" und "vermarktet", aha! Meint er das einfach polemisch oder verhöhnt er für sein wahres Publikum parlamentarische Rechtsstaatlichkeit und das fragile europäische Experiment von Selbstregierung einer politisch und religiös aufgeklärten Gesellschaft? Farid Hafez ist namens der Muslime unseres Landes wie so oft unglücklich, diesmal über einen Text der neuen Bundesregierung: zu rechts, zu islamskeptisch. Was meint er -in Zusammenhang mit dem Islam - mit: "es sind potentiell weitreichende Eingriffe des Staates im Sicherheitsbereich, die wir erleben"? Und was heißt, "organisierte Muslime zu problematisieren" sei Regierungsabsicht? Erfreulich, sein gerne verwendeter Vorwurf "Islamophobie" fehlt diesmal.

Der Islam hat, anders als in Deutschland, über die IGGÖ den Status einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft. Das ist -allerdings auch verpflichtend -gut so! Keinesfalls aber ist so ein anerkennendes Werturteil über Glaubensinhalte dieser Religion gesprochen! Darüber zu befinden maßt sich ein religionsneutraler Staat -anders als 57 Islamische Staaten der OIC -nicht an. Zum Glück! Jedoch: Die IGGÖ weigert sich seit vielen Jahren, dem Kultusamt behördlich nachvollziehbare Grundsätze zu übermitteln, mit denen Österreichs Muslime dartun, wie sie aus ihren eigenen religiösen Quellen Rechtstreue zu rechtsstaatlicher Verfassung, europäischen Menschenrechten und wertschätzenden Zugang zu religiöser und kultureller Viefalt (kirchlicher Staatsethik oder - horribile dictu -päpstlicher Soziallehre vergleichbar) begründen und leben können. Schade!

Warum diese kunstvoll aufrechterhaltene rechtliche Unschärfe? Mit Blick auf den -unter Gottesanrufung -global oft brachial agierenden Islam können so weder Bevölkerung, noch deren befugte Organe sich ein beruhigendes Bild von der Dynamik der Religion ihrer muslimischen Mitbürger machen.

Es sei doch unrichtig, dass von Muslimen eine verbindliche Koranübersetzung auf Deutsch gefordert wird! Ja, die "Lehre einer Religionsgesellschaft" bleibt deren "innere Angelegenheit", aber diese hat doch stets eine Staat und Öffentlichkeit zugewandte betreffende Seite! Es gibt etliche einander tödlich bekämpfende Islam-Stile, wer könnte es leugnen? Welchem Stil wissen sich Österreichs Muslime moralisch und rechtlich verpflichtet, welchem nicht? Das ist die Gretchenfrage! Solange das nicht verbindlich von der IGGÖ veröffentlicht werden kann, werden wir noch lange besorgt über Parallelgesellschaften, islamische Kindergärten, jährliche Islamisierungsberichte, staatliche Finanzierung des Islams aus dem Ausland, Unterrichtsaufsicht, Schließung von Kultstätten mit islamistischen Predigten eines politischen Islams sprechen müssen. Das stellt keinen Generalverdacht gegenüber Muslimen dar, sondern übt Kritik an deren amtlicher Vertretung.

Dass aber im frei gewählten Parlament in gewaltfreiem Überzeugungstransfer ein strafrechtlicher "Erschwerungsgrund für religiös-fundamentalistisch motivierte Gewalt" von der Regierung herbeigeführt werden will, kann sicher nicht empört muslimfeindlich genannt werden. Gewaltausübung aus moralischen und religiösen Motiven ist vielen islamischen Bewegungen und Islam-Stilen eigen. Leidergottes! Muslime wie Nicht-Muslime in Österreich vor religiös motivierter Brachialität schützen zu wollen, ist vielleicht auch einem in Salzburg lehrenden Politikwissenschafter begreiflich zu machen.

Johann Zirkowitsch 2540 Bad Vöslau

Differenzierter, ausgewogener als fast alles andere

Zu den Leitartikeln von Rudolf Mitlöhner

Es ist mir ein Anliegen, Herrn Chefredakteur Mitlöhner für seine Leitartikel, welche in letzter Zeit in Leserbriefen mehrmals überaus kritisch bis ablehnend betrachtet wurden, meinen Dank auszusprechen. Ich teile seine Sichtweise, sei es auf die neue Regierung, sei es auf die "Flüchtlingsproblematik"(meine Frau und ich hatten als ehrenamtliche Deutsch-Lehrer für Flüchtlinge mehr als ein Jahr damit zu tun, meine Schwester als Betreuerin fast drei Jahre) u. a., meist vollinhaltlich, da sie meiner Meinung nach bei weitem differenzierter und ausgewogener ist als jene in fast allen anderen Medien (vom ORF ganz zu schweigen). Allerdings ist nicht zu übersehen, dass auch in der FURCHE-Redaktion diesbezüglich eine relativ große Meinungsvielfalt herrscht. Trotzdem hoffe ich, dass weiterhin die rational-sachlichen Analysen des Chefredakteurs den ihnen gebührenden Platz erhalten.

Josef Kaltenbrunner 4849 Puchkirchen am Trattberg

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