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Neuer Wirbel um Weihbischof Laun

Kardinal Christoph Schönborn und Salzburgs Erzbischof Franz Lackner haben Aussagen des emeritierten Salzburger Weihbischofs Andreas Laun über kirchliche Segnungen homosexueller Partnerschaften scharf kritisiert. Laun hatte in einem Online-Beitrag des Nachrichtenportals kath.net erklärt, "man kann eine homosexuelle Verbindung nicht segnen". Den Segen Gottes könne man für Sünder, aber nicht für die Sünde erbitten. "Also könnte man kein Bordell einweihen, kein KZ oder Waffen segnen, die nicht ausschließlich zur Jagd oder zur legitimen Verteidigung bestimmt sind." Kardinal Schönborn meinte dazu: Es gehe "jedenfalls nicht an, den Wert gleichgeschlechtlicher Beziehungen in einem Atemzug mit der Mafia oder KZs zu nennen Diese Dinge sind nicht vergleichbar. So zu reden ist inakzeptabel". Auch Erzbischof Lackner hielt fest:"Wortwahl und Vergleich sind gänzlich unangemessen." Der emeritierte Weihbischof entschuldigte sich dann in einer an die LGBT-Community gerichteten Stellungnahme: Es sei ihm um eine innerkirchliche Kontroverse gegangen. Um zu zeigen, dass die Kirche grundsätzlich alle Menschen, "Heilige und Sünder, aber niemals die Sünde selbst oder Einrichtungen, die ihr dienen" segne, habe er "einige drastische Beispiele" genannt. Laun erklärte auch, er missachte keinen Menschen, der homosexuelle Neigungen habe. Er würde sonst posthum einem mittlerweile verstorbenen Jugendfreund Unrecht tun.

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