Meditativ und wild - Die sieben Psalmen als Einladung zur Kontemplation – und wilde Konzerte als Läuterung: Nick Cave und seine Band The Bad Seeds am 28. August 2022 bei einem Auftritt im Londoner Victoria Park. - © Foto: Getty Images / Jim Dyson

Nick Caves Botschaften aus der Höhle

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Im Werk des australischen Musikers Nick Cave zeigt sich ein immer intensiverer Zug hin zum Religiösen. Nun hat er gemeinsam mit Warren Ellis „Seven Psalms“ eingespielt – ein kleines, musikalisches Gebet mit profundem Text.

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Im Werk des australischen Musikers Nick Cave zeigt sich ein immer intensiverer Zug hin zum Religiösen. Nun hat er gemeinsam mit Warren Ellis „Seven Psalms“ eingespielt – ein kleines, musikalisches Gebet mit profundem Text.

Die Liste der Veröffentlichungen, die der aus Australien stammende Musiker zuletzt herausbrachte, ist so lang wie vielfältig: Filmmusiken, Alben wie das monumentale und von Kritikern hochgelobte „Ghosteen“ mit seiner langjährigen Band The Bad Seeds oder Arbeiten als Texter und Librettist – wie bei „L.I.T.A.N.I.E.S“, einer spirituellen Kammeroper des belgischen Komponisten Nicholas Lens.

Diese vielen Arbeiten des für seine schwarzen Anzüge und die schwarze Tiefe seiner Stücke bekannten Nick Cave entstanden trotz und wohl auch wegen eines großen Verlustes: 2015 kam sein 15-jähriger Sohn Arthur bei einem tragischen Unfall ums Leben. Anfang Mai dieses Jahres starb auch noch sein ältester Sohn Jethro Lazenby im Alter von nur 30 Jahren. Bedenkt man diese Schicksalsschläge, kommt man kaum umhin, die zuletzt veröffentlichten „Seven Psalms“ als direkte Reaktion zu hören. Und das sind sie wohl auch. Aber nicht nur. Denn die sieben von Cave verfassten, rezitierten und mit dezenten Begleitklängen unterlegten Stücke drücken die Religiosität des Künstlers als solche aus. Und mit dem jüdisch-christlichen Gott beschäftigt sich und ringt der in Großbritannien lebende Künstler nicht erst seit dem Verlust seiner Kinder.

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