Pfingstkongress - © Fotos: Lukas Beck, Imago / Andre Lenthe, Imago / Future Image, picturedesk.com / Franz Neumayr

Pfingstkongress: Autonom und verbunden

1945 1960 1980 2000 2020

Unter dem Motto „Individuell und full connected“ sucht der Online-Pfingstkongress 2022 mutige Wege aus Krisenangst und Vereinzelung. Vier Inspirationen.

1945 1960 1980 2000 2020

Unter dem Motto „Individuell und full connected“ sucht der Online-Pfingstkongress 2022 mutige Wege aus Krisenangst und Vereinzelung. Vier Inspirationen.

Kaum eine Zeit hat das beklemmende Gefühl der Abspaltung und Einsamkeit so unmittelbar erfahrbar gemacht wie die Pandemie. „Vom Ich zum Wir“: Unter diesem Thema hat sich der „Online-Pfingstkongress“ deshalb im Vorjahr aufgemacht, Wege aus der gespaltenen Gesellschaft zu finden. Beim heurigen Kongress, der von 27. Mai bis 6. Juni (online) stattfindet, wird das Verhältnis zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft nochmals nuancierter betrachtet. „Individuell und full connect­ed“ lautet das Überthema, zu dem insgesamt 33 Persönlichkeiten im Austausch mit dem Coach und Organisationsentwickler Egbert Amann-Ölz ihre Sicht der Dinge darlegen.

Die Probleme sind jedenfalls nicht kleiner geworden: Nach der Pandemie kam der Krieg, der – zusammen mit der Klimakrise – viele Menschen verängstigt und zugleich das vorherrschende „indivi-dualistisch“ geprägte Denken in Richtig-Falsch, Schwarz-Weiß oder Gut-­Böse weiter verstärkt.

„Müssen uns wieder eingebettet wissen“

Was also wäre zu tun? Gemeinsam nach ermutigenden Antworten suchen und ins Tun kommen – so das große Ziel des Kongresses. Der österreichisch-US-amerikanische Benediktinermönch David Steindl-Rast beginnt dabei mit einem Blick auf die menschheitsgeschichtliche Entwicklung von Individualität und Verbundenheit: „Wir haben uns ein Ich-Bewusstsein erworben und müssen unseren Vorfahren dafür sehr dankbar sein – es war eine ungeheuer schwierige Aufgabe, sich aus einem völligen Verstricktsein im Wir zu unserer heutigen Unabhängigkeit durchzuringen“, sagt er. „Nun wäre es unsere Aufgabe, all das Positive beizubehalten, was sich die Menschheit an Unabhängigkeit des Einzelnen errungen hat – und es zu verbinden mit dem Bewusstsein der Gemeinschaft mit allen Menschen, allen Lebewesen und dem Universum. Wir müssen uns wieder eingebettet wissen und danach handeln.“

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