Digital In Arbeit
Religion

Ramadanfest, ein Fest für alle?

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Am 8. August feiern Muslime das Ramadanfest, das Fest des Fastenbrechens (arab.: Id Al-Fitr). Es hat eine individuelle, aber auch kollektive Bedeutung. Für das Individuum ist es Ausdruck der Freude, einen Monat gefastet und sich auf einer langen Reise in die Tiefen seines "Ichs“ befunden zu haben. Nun ist man wieder zurück. Die innere Batterie wurde aufgeladen, neue Vorsätze wurden gefasst; ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

Das Ramadanfest ist aber auch gemeinschaftsstiftend und -erhaltend: ein Fest, das von allen Muslimen, egal welcher Rechtsschule oder Konfession, gefeiert wird. Es beginnt mit einem Morgengebet in der Moschee, bei dem es geboten ist, die ganze Familie mitzunehmen, damit alle ihre Freude teilen. Streitigkeiten werden beiseitegelegt, der Ärger über andere wird vergessen, es wird sich entschuldigt und vergeben. In Österreich, wie auch in anderen europäischen Ländern, in denen viele Muslime leben, kommt noch ein wichtiger gemeinschaftlicher Aspekt dazu, denn das Ramadanfest gibt auch Anlass, dass Nichtmuslime Muslimen zu ihrem Fest gratulieren. Dadurch wird das Fest zur Bühne, auf der alle Akteure der Gesellschaft stehen und Gesten gegenseitigen Respekts sowie gegenseitiger Anerkennung zum Ausdruck bringen. Viele Kindergärten und Schulen nutzen solche Gelegenheiten, um die Würdigung anderer Religionen, Bräuche und Traditionen zu thematisieren. So wird ein Bewusstsein dafür geschaffen, die Vielfalt als Bereicherung statt als Herausforderung zu sehen: "Und wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr euch kennenlernt“ (Koran 49:13).

Vielleicht werden wir irgendwann so weit sein, das Ramadanfest als offiziellen religiösen Feiertag in einigen europäischen Ländern einzuführen, um auf diese Weise symbolisch zu vermitteln, dass die Muslime zu Europa gehören.

Der Autor leitet das Zentrum für Islamische Theologie an der Uni Münster

Am 8. August feiern Muslime das Ramadanfest, das Fest des Fastenbrechens (arab.: Id Al-Fitr). Es hat eine individuelle, aber auch kollektive Bedeutung. Für das Individuum ist es Ausdruck der Freude, einen Monat gefastet und sich auf einer langen Reise in die Tiefen seines "Ichs“ befunden zu haben. Nun ist man wieder zurück. Die innere Batterie wurde aufgeladen, neue Vorsätze wurden gefasst; ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

Das Ramadanfest ist aber auch gemeinschaftsstiftend und -erhaltend: ein Fest, das von allen Muslimen, egal welcher Rechtsschule oder Konfession, gefeiert wird. Es beginnt mit einem Morgengebet in der Moschee, bei dem es geboten ist, die ganze Familie mitzunehmen, damit alle ihre Freude teilen. Streitigkeiten werden beiseitegelegt, der Ärger über andere wird vergessen, es wird sich entschuldigt und vergeben. In Österreich, wie auch in anderen europäischen Ländern, in denen viele Muslime leben, kommt noch ein wichtiger gemeinschaftlicher Aspekt dazu, denn das Ramadanfest gibt auch Anlass, dass Nichtmuslime Muslimen zu ihrem Fest gratulieren. Dadurch wird das Fest zur Bühne, auf der alle Akteure der Gesellschaft stehen und Gesten gegenseitigen Respekts sowie gegenseitiger Anerkennung zum Ausdruck bringen. Viele Kindergärten und Schulen nutzen solche Gelegenheiten, um die Würdigung anderer Religionen, Bräuche und Traditionen zu thematisieren. So wird ein Bewusstsein dafür geschaffen, die Vielfalt als Bereicherung statt als Herausforderung zu sehen: "Und wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr euch kennenlernt“ (Koran 49:13).

Vielleicht werden wir irgendwann so weit sein, das Ramadanfest als offiziellen religiösen Feiertag in einigen europäischen Ländern einzuführen, um auf diese Weise symbolisch zu vermitteln, dass die Muslime zu Europa gehören.

Der Autor leitet das Zentrum für Islamische Theologie an der Uni Münster