Medienrummel - © Getty Images / AFP / Vincenzo Pinto

Theologische Innovation in Salzburg: „Die Kirche ist halt nicht Red Bull“

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Lokalaugenschein in Salzburg: Für die Theologische Fakultät sah es düster aus. Ein neues Studium – auch mit der Loretto- Gemeinschaft – entpuppt sich nun als Rettungsanker.

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Lokalaugenschein in Salzburg: Für die Theologische Fakultät sah es düster aus. Ein neues Studium – auch mit der Loretto- Gemeinschaft – entpuppt sich nun als Rettungsanker.

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Wie macht man jemandem eine Institution schmackhaft, die von großen Teilender Bevölkerung skeptisch beäugt wird? Dieser Frage widmet sich Astrid Reichel. Die Professorin leitet die Facheinheit Human Resource Management an der Universität Salzburg. Als Theologie und katholische Kirche beim Aufbau des Curriculums für den neuen Bachelor-Studiengang „Christian Culture, Change and Communication“ (kurz: 4C; Start war im Wintersemester 22/23) auf sie zukamen, wuchs ihre Neugier: „In einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung ist die Betriebswirtschaft für viele Bereiche eine zentrale Ansprechpartnerin. Die Kombination mit der
Kirche ist eine besonders spannende
Aufgabe.“

Theologie und Management

Doch wie passen Kapitalismus und Kirche zusammen? Die Wissenschafterin sieht durchaus Berührungspunkte: „Von kostendeckend bis gewinnorientiert – die Kirche ist eine wirtschaftlich agierende Organisation oder hält Anteile an solchen Betrieben. Außerdem ist sie Immobilien- und Grundbesitzerin.“ In der öffentlichen Wahrnehmung fehlt der Professorin jedenfalls der Blick auf die Erzdiözese als Arbeitgeberin. Diese ringt derzeit – wie viele andere Unternehmen – um Arbeitskräfte. Aktuell sind auf der Webseite zumindest 17 Jobs ausgeschrieben, von der IT über den Posten als Pfarrgemeinderats-Referentin bzw. -Referent bis hin zu pädagogischen Berufen. Und dann sind da ja freilich auch noch die 210 Pfarren.

Reichel sei selbst erst bei der Vorbereitung auf den Studiengang bewusst geworden, dass diese jede Menge Aufgaben zu erledigen haben. Sie erinnert an den Aufwand, damit Gelder in die Kassen der Pfarren kommen oder damit Gelder ausbezahlt werden. Als Gehälter etwa. „Es gibt so viele Berufe, vom Priester bis zur Pastoralassistentin, die einen hohen Grad an Professionalisierung haben. Beim Aufsetzen des Studiums war diese Betrachtung ein wichtiger Schritt.“ Will heißen: 4C soll der Kirche neue Arbeitsfelder eröffnen und bestehende Personallücken schließen.

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