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Mit Mikrokrediten sozial und ökologisch nachhaltig investieren

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In Indien leben 1,4 Milliarden Menschen, 300 Millionen von ihnen unter der Armutsgrenze. Genau in diesem Segment ist der internationale Mikrokreditgeber Oikocredit seit nunmehr fast 50 Jahren tätig. Die auf Initiative des ökumenischen Weltkirchenrates 1975 ins Leben gerufene Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit vergibt Darlehen unabhängig von Religion, Kultur, Alter oder Geschlecht. Mohua Mukherjee, Vorstandsvorsitzende der indischen Oikocredit-Tochtergesellschaft Maanaveeya erzählt im Gespräch mit der FURCHE, warum Mikrokreditgeber besonders armutsbetroffenen Frauen auf dem indischen Subkontinent unterstützen und dabei gleichzeitig auch einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten.

Oikocredit India wird von erfahrenen Finanzexperten geleitet und machte im vergangenen Jahr fast 8 Millionen Euro Gewinn. Mit 190 bis 200 Millionen Euro nimmt das Kreditportfolio von Oikocredit India fast ein Fünftel der globalen Kreditsumme von Oikocredit ein, erklärt Mukherjee. Die Kreditvergabe stützt sich in Indien auf zwei große Säulen, zum einen sind das Frauen, an die fast 80 Prozent aller Darlehen ausgebeben werden. Der zweite Schwerpunkt seien ökologisch nachhaltige Projekte, etwa in Solaranlagen.

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Mohua Mukherjee

„Mikrokredite sind deswegen so nötig wie kaum zuvor, weil die armen Familien so stark vom Klimawandel betroffen sind“, so Mohua Mukherjee, Vorstandsvorsitzende von Oikocredit India.

„Mikrokredite sind deswegen so nötig wie kaum zuvor, weil die armen Familien so stark vom Klimawandel betroffen sind“, so Mohua Mukherjee, Vorstandsvorsitzende von Oikocredit India.

Für armutsbetroffene Frauen in Indien ist die Vergabe durch Oikocredit oft die einzige Möglichkeit an einen fairen Kredit zu gelangen, so Mukherjee. Indien ist eines der am stärksten von der Klimakrise betroffen, erklärt die Energieökonomin, die u.a. 25 Jahre für die Weltbank in Washington DC tätig war. In den letzten fünf Jahren seien die Temperaturen in einigen Gegenden massiv angestiegen, betroffen sind davon am meisten die Frauen. Während die Männer in den Ballungsgebieten schlecht bezahlter Lohnarbeit nachgingen, bleiben die Frauen und Kinder zurück.

Extreme Hitze von bis zu 50 Grad habe die Folge, dass die Familien von der Landwirtschaft und dem Anbau von Gemüse und Grundnahrungsmitteln nicht mehr leben können. „Wenn sie etwas anpflanzen, vertrocknet es sogleich.“ Hier gehe es um eine Anpassung an den Klimawandel, etwa durch solarbetriebene Wasserpumpen, oder Kühlaggregate. Hier unterstützt Oikocredit die Frauen durch Mikrokredite. „Mikrokredite sind deswegen so nötig wie kaum zuvor, weil die armen Familien so stark vom Klimawandel betroffen sind“, weiß Mukherjee.

Indien sei ein Land, dass für Mikrokreditgeber, die mit ihrem Investment eine soziale Wirkung erzielen wollen, nach wie vor eine sehr gute Wahl sei, ist Mukherjee überzeugt. „Mit 1000 Euro kann man in Indien schon sehr viel erreichen“, so die Ökonomin. Die durchschnittliche Summe, die als Mikrokredit gewährt wird, liegt zwischen 500 und 1000 Euro.

Freilich gebe es Segmente, in denen mit höheren Renditen gerechnet werden könne, so Mukherjee. Diese würden aber die ärmsten Bevölkerungsschichten nie erreichen, weiß sie. Damit ist bei Oikocredit immer auch der soziale Faktor mitzudenken. Sorge vor dem Verlust des eingesetzten Kapitals braucht man hingegen kaum zu haben. Die Kredit-Ausfallquote liegt bei Oikocredit India nur bei 0,1 Prozent: „Es ist wirklich erstaunlich, dass man in diesem Kreditsegment so wenig Verluste machen kann“, so Mukherjee.

Infos: https://www.oikocredit.at/

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