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Im Gespräch

Wolfgang Ruttenstorfer, omv-Generaldirektor, im Gespräch darüber, wo die Energie künftig herkommen wird.

Die Furche: Die Firma Shell geht davon aus, dass in 40 Jahren die maximale Erdöl-Fördermenge erreicht ist, andere prognostizieren 50 Jahre. Und Sie?

Wolfgang Ruttenstorfer: Diese Berechnungen gehen vom heutigen Verbrauch und den heute bekannten Ölreserven aus. Aber es wird ja laufend Öl gefunden. Darum weiß in Wahrheit niemand, wann das Erdöl zur Neige gehen wird. So wie bei Erdgas, dessen bekannte Reserven gewaltig sind und noch für mindestens hundert Jahre reichen. Wir setzen sehr auf Erdgas.

Die Furche: Sie sagen aber selber, dass Erdgas und Erdöl irgendwann zur Neige gehen werden. Wie bereitet sich die omv darauf vor?

Ruttenstorfer: Wir beschäftigen uns natürlich mit dieser sehr langfristigen Aussicht und überprüfen, was ein nächster Energieträger sein könnte. In Österreich mischen wir ja zum Beispiel zum herkömmlichen Diesel fünf Prozent Biodiesel.

Die Furche: Aber Biodiesel wird nicht die Lösung der künftigen Energieprobleme sein.

Ruttenstorfer: Stimmt, wir sehen das eher als Ergänzung denn als Ersatz. Ebenso wie die anderen Bereiche, in denen wir engagiert sind, nur Ergänzungen sind: Windkraft, Biogas, Wasserstoff, Solarenergie, Geothermie. Eines muss man leider sagen: Es zeichnet sich keine Generallösung ab - bei weitem nicht.

Das Gespräch führte Claudia Feiertag.

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