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Soziale Schwerpunkte

Ein noch spürbarerer Schwerpunkt liegt bei der Planung auf sozialem Gebiet. So sind etwa für die Errichtung und Erweiterung nichtlandeseigener Krankenanstalten 50 Millionen Schilling vorgesehen, von denen bis 1963 8,3 Millionen Schilling veranschlagt werden konnten (die „Furche” berichtete darüber ausführlich in ihrer Ausgabe vom 20. Juli 1963), für die Erweiterung und den Ausbau von landeseigenen Krankenhäusern sind Beträge vorgesehen, die das Dreifache dieses Betrages nicht unwesentlich überschreiten. So wird der Neubau eines Tuberkulosenkrankenhauses rund 52 Millionen erfordern, der Neubau einer Frauenklinik in Linz — ein Plan, der allerdings kaum vor 1968 realisiert werden kann — rund 50 Millionen Schilling, der Erweiterungsbau der Heil- und Pflegeanstalt Linz- Niedernhart, mit dem jetzt begonnen wird, 64 Millionen Schilling.

modernsten Museen Österreichs, für das bisher 13 Millionen Schilling aufgewendet wurden und bis 1965 noch weitere 4,5 Millionen Schilling benötigt werden. Im Plan stehen Zuwendungen des Landes für ein Linzer Konzerthaus, die Jahresraten zu je drei Millionen Schilling bis 1968 vorsehen. Ein Neubau des Bruckner-Konservatoriums wird rund zwölf Millionen Schilling benötigen, der ebenfalls dringend notwendige Neubau eines Landesarchivs, der vermutlich in den Jahren 1967 und 1968 realisiert werden soll, wird 13,5 Millionen Schilling beanspruchen.

Für den Ausbau der nichtlandeseigenen Krankenanstalten, also vorwiegend der der katholischen Orden und der Gemeinden, sind im Budget 1964 neun Millionen Schilling eingesetzt; die jährlichen Beiträge sollen sich dann bis 1968 auf rund fünf Millionen Schilling belaufen.

Das Gesicht des Landes wird verändert

Wie konsequentes Zwecksparen und weitblickende Planung und Reihung das Gesicht des Landes verändern können, wobei auch alte, immer wieder verschobene Projekte realisiert werden können, zeigt etwa, daß für den Ausbau der Hallstätter- See-Landesstraße — seine zahlreichen Projekte wurden sensationell in allen österreichischen Zeitungen besprochen — nicht weniger als 40 Millionen Schilling in den nächsten Jahren, also jährlich rund zehn Millionen Schilling, vorgesehen sind. Eine Innbrücke in Obernberg erfordert noch für die nächsten zwei Jahre weitere sieben von insgesamt 14 Millionen Schilling. Für die Erschließung von Wintersportgebieten durch Seilbahnen sind bis 1963 fast 39 Millionen Schilling veranschlagt worden, doch sind hier für die Zukunft kaum noch wesentliche Beträge vorgesehen. Aber auch kleinere Beträge, wie etwa drei Millionen Schilling für ein Kongreßhaus in Gmunden, 4,5 Millionen Schilling für den Bau einer Trinkhalle in Bad Ischl, elf Millionen Schilling für den dringenden Ankauf von Liegenschaften, fallen ins Gewicht.

Auch den Ländern fällt nichts in den Schoß

Diese Entwicklung ist um so erfreulicher, als auch die finanzielle Situation der Gemeinden gesund und gut und weit besser als noch vor einigen Jahren ist, hat sich doch gerade der letzte Finanzausgleich vor allem zum Vorteil der Gemeinden und hier wieder der kleinen Gemeinden ausgewirkt.

Aber auch den Ländern fällt nichts in den Schoß. Und auch den Ländern werden weit mehr Pläne und Forderungen vorgelegt, als tatsächlich erfüllt werden können. Es müssen auch hier weit mehr „Nein” als „Ja” gesagt werden. Und trotzdem ist das Gesamtergebnis, die Planung und Realisierung weniger Jahre schon staunenswert. Das ist aber ebenso ein Problem einer guten Finanzverwaltung wie eines politischen Klimas, in denen solche Budgets und solche Investitionspläne wachsen, vor allem aber reifen können.

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