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Was die Gesellschaft von morgen zusammenhält

Das Papier „Werte und Wirtschaft“ der Industriellenvereinigung nimmt sich der Balance von Verantwortung und Solidarität an. Die Diskussion um Werte und Werthaltungen ist keine verstaubte. Sie ist aktuell und gibt Antworten auf die Fragen der Zeit.

Die Industriellenvereinigung (IV) nahm die Verleihung des WER-Preises (Zur Förderung des Dialogs zwischen Wirtschaft, Ethik und Religion) zum Anlass, um ihr Grundsatzpapier „Wirtschaft und Werte“ des „Arbeitskreises Wirtschaft und Religion“ vorzustellen. Das Papier soll Diskussionen darüber anregen, welche Werte die Wirtschaft benötigt oder benötigen sollte. „Für den Erfolg des europäischen Modells der sozialen Marktwirtschaft ist die richtige Balance aus Eigenverantwortung und Solidarität entscheidend“, sagte Christian Friesl, Bereichsleiter für Gesellschaftspolitik der IV. Weiter betonte Friesl, dass es für die Ökonomie von besonderer Bedeutung sei, dass es in der Gesellschaft zu einer steten Wertediskussion kommt. Man müsse sich der steigenden Bedeutung und des zunehmenden Einflusses der Wirtschaft bewusst sein: „Einfluss muss Verantwortung zur Folge haben“, so Friesl.

Das Grundsatzpapier geht zunächst auf den Wert von Werten ein, denn diese dienen als Entscheidungshilfen. Sie zeigen Maßstäbe und Haltungen auf, die das Handeln lenken und Entscheidungen über Verhaltens- und Handlungsweisen wesentlich beeinflussen. Es darf nicht vergessen werden, so die Autoren, dass Werte eine „normative Kraft“ besitzen, und dass sich in ihnen die Auswirkungen von Erziehung, Bildung, Religion und Politik widerspiegeln. Die IV ist der Meinung, dass gerade eine moderne Gesellschaft, die ihren Mitgliedern Freiheit und Selbstverwirklichung, Wohlstand, Zusammenhalt und Solidarität bieten will, sich um den Erhalt der Grundlagen kümmern muss, die Basis ihres Erfolges sind.

Die Grundlagen erhalten

Werte, Menschenbilder und Tugenden als Orientierungshilfe für individuelles und gesellschaftliches Denken und Handeln spielen eine zentrale Rolle. Der Bedarf an Werten und Werthaltungen zeigt sich in der Wiederentdeckung der gesellschaftlich relevanten Leistungen der Familien in Zeiten des demografischen Wandels, der neue Nachfrage nach Ethik in der Wirtschaft oder auch im Kontext der Biotechnologien sowie der weit über den ökologischen Bereich hinausweisenden Vision der nachhaltigen Entwicklung, so die Autoren.

Das Grundsatzpapier gliedert sich in vier Teile. Wie eingangs erwähnt, wird zunächst der Wert von Werten diskutiert, dann werden die „Zehn Werte für 2025“ vorgestellt (siehe Artikel unten). Weiters werden Wege zu den Werten aufgezeigt und hier vor allem die Wichtigkeit der sozialen Marktwirtschaft betont. Diese Wirtschafts- und Sozialordnung muss jedoch programmatisch und praktisch weiterentwickelt werden. Das Papier stellt in diesem Zusammenhang sechs Wertezusammenhänge vor, die im Hinblick auf eine „Marktwirtschaft mit Verantwortung“ eine wichtige Rolle spielen: die soziale Marktwirtschaft und das Bekenntnis zum Wettbewerb, unternehmerisches Denken und Handeln, Bewusstsein der kulturellen und gesellschaftlichen Dimension von Unternehmen, unterschiedliches Einkommen und Vermögen soll im Sinne einer Startgerechtigkeit im Rahmen gehalten werden, Marktwirtschaft mit Verantwortung braucht Regeln, Menschen, die aus dem System fallen, bedürfen gesellschaftlicher Solidarität. Abschließend finden sich Ideen, wie Werte umgesetzt werden können. (tom)

Download des Papiers: www.iv-net.at/b1800

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