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Auf dem Weg zum Robocop?

1945 1960 1980 2000 2020

In Science-Fiction-Büchern und -Filmen war die Grenze zwischen Mensch und Roboter immer schon fließend. Schon bald könnte diese Vision von der Realität eingeholt werden. Ein kritischer Ausblick.

1945 1960 1980 2000 2020

In Science-Fiction-Büchern und -Filmen war die Grenze zwischen Mensch und Roboter immer schon fließend. Schon bald könnte diese Vision von der Realität eingeholt werden. Ein kritischer Ausblick.

Wohl alle, die in den 1980ern jung waren, können sich an „Robocop“ erinnern; den Polizisten, der nach eigentlich tödlichen Verletzungen als Mensch-Maschine-Mischwesen wiederaufersteht und die Stadt Detroit brutal von Korruption und Verbrechen reinigt. Jüngere Leser kennen vielleicht auch die von Scarlett Johansson gespielte Mira im Science-Fiction-Film „Ghost in the Shell“. Die junge Frau wird von einem bösen Konzern entführt, der dann ihr Gehirn in einen Roboterkörper einbaut und sie, ohne dass sie sich über ihre Vergangenheit im Klaren ist, als Elitepolizistin einsetzt. Führt die technologische Entwicklung nun in Richtung „Robocop“ und „Ghost in the Shell“, oder werden solche Mensch-Roboter-Hybride immer nur Fantasie bleiben? Wenn ja, welche ethische Konsequenzen könnte das haben? Es ist lohnend, sich diesen Fragen anhand immer komplexerer Beispiele zu nähern.

Cochlea- und Netzhautimplantate

Durch Krankheit oder Unfälle kann der Hörsinn verlorengehen. Neue Technologien ermöglichen es, ihn zumindest teilweise wiederherzustellen. Die Ohrmuscheln und die Mechanismen des Innenohres spielen beim Hören eine wichtige Rolle: Die Umwandlung von Schall (Vibrationen der Luft) in Nervensignale (elektrische Impulse) findet an einer Membran in der Cochlea (Gehörschnecke) statt. Cochlea-Implantate können die Funktion einer geschädigten Cochlea teils wiederherstellen, indem künstliche Sensoren Schallwellen in elektrische Signale umwandeln, die dann auf den Hörnerv übertragen werden. Diese Cochlea-Implantate sind eine tolle Errungenschaft, aber in gewisser Weise nur einen Schritt weiter ins Innenohr verlegt als ein Hightech-Hörgerät. Niemand würde einen Patienten mit so einem Implantat als Cyborg, als Mensch-Maschine-Mischwesen, bezeichnen.

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