Desinfektion Zimmer  - © Illustration: iStock/clu
Wissen

Cholera: Die Gefahr, die aus dem Wasser kam

1945 1960 1980 2000 2020

Im 19. Jahrhundert war die Cholera die Angstkrankheit Wiens. Schon damals galten öffentliche Eingriffe und Investitionen als zentral für die Gesundheit. Ein Rückblick.

1945 1960 1980 2000 2020

Im 19. Jahrhundert war die Cholera die Angstkrankheit Wiens. Schon damals galten öffentliche Eingriffe und Investitionen als zentral für die Gesundheit. Ein Rückblick.

Vor rund 400 Jahren erblickte in London der spätere Tuchhändler und Amtsträger John Graunt das Licht der Welt. Seine „Mortalitätsbeobachtungen“ sind die erste demografische Auswertung von Todesnachrichten, die er über mehrere Jahrzehnte sammelte und sortierte. Die Todesursachen reichten von Hinrichtungen und Unfällen bis zu Skorbut, Masern und dem heute unverständlichen „Anhalten des Magens“.

Wobei sich die Vorstellung, was eine tödliche Krankheit sein könnte, seit damals gewandelt hat: Jedes Jahr starben etwa mehrere Einwohner an „Lethargie“, ein weiteres Dutzend starb an „Trauer“ und bis zu 20 an „Lunatick“. 1648 starb jemand an „Juckreiz“. Das verwundert aus heutiger Sicht dann doch. Die Pest, die 1636 rund 10.400 Menschen tötete, und die Tuberkulose, die von 1647– 1657 fast 30.000 Todesopfer forderte, führen die Statistik an. Die damalige Einwohnerzahl Londons betrug etwa 350.000, die Todesraten waren also durchaus dramatisch.