Corona Virus Mutationen - © Foto: iStock/Eoneren

Corona-Mutationen: Katz und Maus

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Die raschen Veränderungen des Coronavirus sorgen für Beunruhigung. Mensch und Krankheitserreger befinden sich in einer Art wechselseitigem Wettrüsten.

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Die raschen Veränderungen des Coronavirus sorgen für Beunruhigung. Mensch und Krankheitserreger befinden sich in einer Art wechselseitigem Wettrüsten.

Das EM-Finale ist geschlagen, doch sein Schatten lastet nicht nur auf den Seelen der englischen Fußball-Fans. Im Vereinigten Königreich gibt es wieder eine steile Aufwärtskurve bei den Corona-Infektionen, und britische Wissenschaftler erwarten, dass trotz Impfungen noch immer eine hohe Zahl schwerer Erkrankungen folgen könnte. Ein Grund dafür sind auch das Finale und Semi-Finale im Londoner Wembley-Stadion, die vor rund 65.000 Zuschauern stattgefunden haben – und Anlass für viele ausgelassene Menschenansammlungen beim „Public Viewing“ waren. Die Bilder von singenden und schreienden Massen – ohne Maske – konnten etwa die WHO-Epidemiologin Maria Van Kerkhove so gar nicht begeistern: „Soll ich es genießen anzusehen, wie vor meinen Augen Übertragungen stattfinden?“, fragte sie während des Endspiel-Krimis via Kurznachrichtendienst Twitter.

Doppelte Corona-Infektion

Während derzeit die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus das vorherrschende Thema ist, gibt es bereits Berichte über neue Mutationen. Auch die erstmals in Peru nachgewiesene Lambda-Variante sei in Europa zu beobachten. Sie wird von der WHO bislang nicht als „besorgniserregend“ eingestuft, sondern als „Variante von Interesse“: Das sind Virusmutanten, die genetische Veränderungen aufweisen, wodurch möglicherweise die Übertragbarkeit, das Krankheitsrisiko oder die Wirksamkeit der verfügbaren Impfstoffe anders zu bewerten sind. Es ist allerdings noch nicht erwiesen, dass diese Mutanten ansteckender sind, häufiger schwere Krankheitsverläufe verursachen oder dass der Impfschutz ihnen gegenüber schlechter ist. So weisen die offiziellen Stellen in Peru darauf hin, dass die dort verwendeten Impfstoffe (Pfizer/Biontech; Sinopharm) auch bei einer Infektion mit Lambda wahrscheinlich sehr zuverlässig vor schweren Krankheitsverläufen schützen.

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