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Um attraktive Produkte zu designen, versuchen Firmen im Silicon Valley gezielt das Belohnungssystem im Gehirn zu adressieren.

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Als Wolfram Schultz letztes Jahr den hoch dotierten "Brain Prize" der Lundbeck-Foundation zugesprochen erhielt, bezog er sich gleich witzig auf seinen eigenen Forschungsgegenstand. "Dieser Preis ist eine fantastische Belohnung für unser wissenschaftliches Team: Ich kann richtig hören, wie unsere Dopamin-Neuronen jetzt auf und ab hüpfen."

Nervenzellen, die ihre Signale mit dem Botenstoff Dopamin übertragen, sind das Spezialgebiet des Hirnforschers von der Universität Cambridge. Schon vor 30 Jahren hat er das Lernverhalten von Affen erforscht, indem er die Aktivität von Dopamin-Neuronen beobachtete. Diese Zellen spielen im Lust-bzw. Belohnungszentrum des Gehirns eine zentrale Rolle: Sie reagieren, wenn eine Belohnung erfolgt oder zumindest versprochen wird. Und damit prägen sie unser Verhalten, das in der Regel darauf ausgerichtet ist, weitere Belohnungseffekte einzuheimsen und lustvolle, jedenfalls angenehme Erfahrungen zu machen. Lernen durch positive Verstärkung heißt das im Jargon der Verhaltensforscher. Bei den Affen war dies der in Aussicht gestellte Fruchtsaft, beim Menschen ist die Palette denkbar breit: Egal ob Essen, Trinken, Sex, Macht oder Anerkennung -was uns Lust verspricht, lässt das Belohnungszentrum im Gehirn kräftig "leuchten", wie man aus Bildern zur Messung der Hirnaktivität weiß.

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