Handy Telefon - © Foto: iStock/ ljubaphoto

Handy auf dem Prüfstand

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Eine britische Langzeitstudie zeigt keinen Zusammenhang zwischen gewöhnlicher Handy-Nutzung und einem erhöhten Risiko für Gehirntumoren.

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Eine britische Langzeitstudie zeigt keinen Zusammenhang zwischen gewöhnlicher Handy-Nutzung und einem erhöhten Risiko für Gehirntumoren.

Entwarnung – das ergab eine große Langzeitstudie, die den Zusammenhang von Handynutzung und dem Risiko für Hirntumore untersucht hat. Ob die elektromagnetische Hochfrequenzstrahlung beim mobilen Telefonieren Risiken in sich birgt, wird schon lange diskutiert. Bei „gewöhnlicher Nutzung von Mobiltelefonen“ gebe es keine Anhaltspunkte für ein erhöhtes Krebs­risiko, berichtet nun ein Team um Joachim Schütz von der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) in einer Analyse der „UK Million Women Study“. Darin haben hunderttausende Frauen mehrmals Fragen zu ihrem Handygebrauch beantwortet. Gruppen, die das Handy zum Beispiel „täglich“, „zumindest für 20 Minuten pro Woche“ oder „seit mindestens zehn Jahren“ nutzten, wurden über einen Zeitraum von 14 Jahren mit einer Gruppe von „Nie-Nutzerinnen“ verglichen.

„Auch wenn in dieser Studie ausschließlich Daten zu Frauen erhoben wurden, unterstützen die Ergebnisse die zunehmende Evidenz, dass eine Mobiltelefonnutzung unter den üblichen Bedingungen Risiko und Inzidenz für Hirntumoren nicht erhöht“, kommentiert der Experte Hans-Christoph Diener in einem Statement der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Für den Umweltmediziner Hans-Peter Hutter an der Medizinischen Universität Wien ist die Untersuchung aufgrund der untersuchten Altersgruppen (Jahrgang 1935–1950) hingegen „nicht so aussagekräftig“. Und: „Eine Untersuchung löscht andere nicht aus.“ Ein vorsichtiger Umgang mit dem Mobilfunk sei jedenfalls weiterhin angebracht. So hat etwa die Wiener Ärztekammer zehn „Handy­regeln“ zusammengestellt. Die goldene Regel dafür ist simpel: die Dauer der Gespräche minimieren und den Abstand zwischen Gerät und Kopf maximieren.

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