Menschenarten  - © Philippe Plailly
Wissen

Hominide: Eine schrecklich nette Familie

1945 1960 1980 2000 2020

Vor Jahrmillionen stellten sich Menschenaffen auf die Beine und begannen, ihren Körper zu optimieren. Wie der „Homo sapiens“ zur alles dominierenden Spezies geworden ist.

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Vor Jahrmillionen stellten sich Menschenaffen auf die Beine und begannen, ihren Körper zu optimieren. Wie der „Homo sapiens“ zur alles dominierenden Spezies geworden ist.

Dass die Menschheit an einem epochalen Wendepunkt angelangt sei, ist heute ein häufiger Befund. Kräftige Indizien sprechen dafür, dass sogar ein neues Erdzeitalter heraufdämmert – das Anthropozän, die „Epoche des Menschen“. Neue Hinweise liefert nun eine aktuelle Studie im Fachjournal Nature: Demnach könnte die Masse der von Menschenhand hergestellten Dinge heuer erstmals die globale Biomasse übertreffen.

In den letzten 100 Jahren war eine ­rasante Zunahme künstlicher Objekte, hergestellt aus Beton, Asphalt, Metallen, Kunst- oder Baustoffen, zu verzeichnen, wie Studienautor Ron Milo vom israelischen Weizmann-Institut berichtet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten diese nur rund drei Prozent der Biomasse ausgemacht. Doch während die Biomasse weltweit schrumpft, wächst die „anthropogene“, also menschengemachte Masse immer schneller an. Derzeit wird sie im Umfang von mehr als 30 Gigatonnen (30.000.000.000 Tonnen) pro Jahr produziert – das entspricht wöchentlich etwa dem durchschnittlichen Gewicht der gesamten Weltbevölkerung.

Alte DNA (Ancient DNA)

Würden außerirdische Beobachter die menschliche Geschichte im Schnelldurchlauf Revue passieren lassen, wären sie wohl zutiefst ergriffen: „Das ist ja unglaublich: Was für ein packendes Drama! Wie ein fantastischer Roman!“ Wieder nüchterner, kämen sie zu folgender Einschätzung: Der Hauptdarsteller Homo sapiens ist zwar außerordentlich talentiert und intelligent, neigt aber auch zu problematischem Verhalten, das nun sogar das Klima bedrohlich anheizt und die Biosphäre massiv unter Druck bringt. „Wer ist diese irrwitzige Spezies“, könnten sie fragen, „die vor nicht allzu langer Zeit noch in wilden Jäger- und Sammlergruppen umherstreifte und heute oft in Megacitys wohnt und über Künstliche Intelligenz verfügt? Die es in relativ kurzer Zeit geschafft hat, den ganzen Planeten in gigantischen Dimensionen umzukrempeln?“