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EU in der Energiekrise

DISKURS
Windrad - © Foto: iStock/Bene_A

Klimakrise: Energetischer Umbau

1945 1960 1980 2000 2020

Konzertierte Forschung im Energiesektor ist der Königsweg im Klimaschutz, argumentiert Marc Hall. Forschung sei vergleichsweise billiger als schwache Technologien weiterhin breit auszurollen. Die Perspektive eines Managers ist eine wichtige Ergänzung für die Klimadebatte.

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Konzertierte Forschung im Energiesektor ist der Königsweg im Klimaschutz, argumentiert Marc Hall. Forschung sei vergleichsweise billiger als schwache Technologien weiterhin breit auszurollen. Die Perspektive eines Managers ist eine wichtige Ergänzung für die Klimadebatte.

Glaubt man der Werbung, wird jetzt alles gut. Große, renommierte Automarken setzen auf Elektroautos, und coole junge Menschen steigen darin ein. Die Werbespots zeigen auch die Motive dieser coolen Menschen, und das sind die Slogans der internationalen Klimaschutz-Bewegung: „Kühle den Planeten!“ oder „Es gibt keinen Planeten B“.

Elektromobilität ist auch bei Marc Hall ein wichtiges Thema. In seiner eben publizierten Streitschrift „Mutig, aber realistisch gegen die Klimakatastrophe“ kann der Energie-Experte dem aktuellen Elektro-Trend aber nur wenig abgewinnen. Er geht davon aus, „dass gut ein Drittel aller Autos in Mitteleuropa nicht mehr als 35 Kilometer am Tag fährt“. Diese Fahrzeuge auf reine Elektro- und Batterieautos umzustellen, wäre zwar gut, um die Abgase in den Städten zu verringern – aber nur ein geringer Beitrag zum Klimaschutz, so der Autor: „Die Reduktion der globalen CO2-Emissionen würde bei einer weltweiten Umrüstung dieser PKWs unter einem Prozent bleiben. Und das alles unter der Voraussetzung, dass der zusätzliche Strombedarf für diese Autos zu 100 Prozent aus emissionsfreiem Strom kommt.“ In Norwegen oder Österreich gelinge das bereits ansatzweise. Wer aber heute in Deutschland, Tschechien oder Polen ein E-Auto fährt, sei eigentlich „von Benzin auf Kohle umgestiegen“ und emittiere damit sogar mehr CO2.

Von der Straße auf die Schiene

Die Lösung liegt laut Hall beim Güterfernverkehr – dort, wo viele Kilometer gefahren und große Tonnagen bewegt werden: Dieser Verkehr gehöre weg von der Straße: „Die Technologie dazu, die mit 100 Prozent erneuerbarem Strom und optimaler Energienutzung fahren kann, gibt es schon: die Eisenbahn.“

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