Netzwerk Europa  - © Illustration: iStock / FrankRamspott

Lieferketten: Leuchtende Netzwerke

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Der Ukrainekrieg befeuert die Angst vor Versorgungsengpässen. Wiener Forscher haben eine wegweisende Studie durchgeführt, um die Lieferketten zu stabilisieren.

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Der Ukrainekrieg befeuert die Angst vor Versorgungsengpässen. Wiener Forscher haben eine wegweisende Studie durchgeführt, um die Lieferketten zu stabilisieren.

Der Krieg weckt viele Gespenster. Eines davon erwächst aus der starken Abhängigkeit von russischem Erdgas. „Bislang kann man nur gröbere Schätzungen zu einem möglichen Gas-Stopp durchführen“, sagt Komplexitätsforscher Stefan Thurner im Gespräch mit der FURCHE. „Wenn Russland seine Gaslieferungen nach Österreich einstellt, kann niemand die genauen wirtschaftlichen Auswirkungen bemessen. Dabei wäre das technisch ein Klacks.“ Wie man Krisenszenarien als Computer-Modell durchspielt, um sich auf wirtschaftliche Engpässe besser vorzubereiten, zeigt eine aktuelle Studie des „Complexity Science Hub Vienna“ (CSH), die soeben im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht wurde.

Lektionen der Pandemie

Sich zuhause Vorräte anzulegen, um zumindest 14 Tage über etwaige Krisenszenarien zu kommen: Diesen Appell hat die Österreichische Gesellschaft für Krisenvorsorge schon letztes Jahr an die Bevölkerung gerichtet. Omikron, die Verwerfungen auf dem Strommarkt, die steigenden Gaspreise und die mangelnde Füllung der Gasspeicher gaben bereits damals Anlass zur Sorge. Dadurch könnten Lieferketten unterbrochen werden und „schwerwiegende Versorgungsengpässe auftreten, bis hin zu Ausfall lebenswichtiger Infrastrukturen“. Tatsächlich führte uns die Corona-Pandemie vor Augen, dass die Unterbrechung von Versorgungsketten nicht nur die gesamte wirtschaftliche Aktivität beeinträchtigt, sondern auch Mängel bei der Grundversorgung bewirken kann. Dies zeigte sich etwa in der Lebensmittelproduktion, der Impfstoff-Versorgung sowie der Herstellung von Autos oder Computer-Chips. Der Ukrainekrieg hat die Probleme bei den Lieferketten nun weiter verschärft.

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