Quantenphysik - © Foto: ÖAW

Quantentheorie: Die Geburt der modernen Physik

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Sie ist ein Horror für klassische Naturwissenschaftler: Vor 100 Jahren hielt Max Planck jenen Vortrag, mit dem er die Quantentheorie begründete.

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Sie ist ein Horror für klassische Naturwissenschaftler: Vor 100 Jahren hielt Max Planck jenen Vortrag, mit dem er die Quantentheorie begründete.

Je heißer Metall wird, desto heller glüht es. Dieser alltäglichen Beobachtung ging Ende des 19. Jahrhunderts der deutsche Physiker Max Planck auf den Grund. Die Formel, die er für den Zusammenhang von ausgesandtem Licht und Temperatur eines glühenden Körpers fand, stimmte zwar perfekt mit den experimentellen Daten überein, hatte aber einen gewaltigen Schönheitsfehler: Sie stand in völligem Widerspruch zu den bisherigen physikalischen Vorstellungen. Strahlungsenergie nämlich, so behauptete Planck, wird nicht kontinuierlich, sondern in Portionen oder Quanten abgegeben.

Als Planck seine neue Theorie am 14. 12. 1900 an der Physikalischen Gesellschaft in Berlin vorstellte, ahnte niemand im Auditorium, dass dies die Geburtsstunde der Quantenphysik war. Auch nicht Planck selbst. Für ihn war die Einführung der Naturkonstante h, des so genannten Wirkungsquantums, ein "Akt der Verzweiflung".

Mit etwas Verspätung widmet die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) dem 100. Geburtstag der Quantentheorie eine Ausstellung: Gezeigt werden historische Geräte, Dokumente, Experimente und vor allem die Menschen, welche die Quantenphysik in ihrem ersten Vierteljahrhundert vorangetrieben haben. Heute bildet die Quantentheorie die Grundlage der modernen Physik. Durch sie erst wurde ein tieferes Verständnis der Materie möglich, mit ihrer Hilfe kann erklärt werden, warum Atome stabil sind oder warum Metalle Strom besser leiten als die meisten Kunststoffe. Ohne die Quantentheorie gäbe es keine Laser- und keine Halbleitertechnik - und damit keine Computer.

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