Australien Shark Bay Mikroben Stromatolithen - © Foto: Sebastian Viehmann

Stromatolithen: Schürfen im Archiv des Lebens

1945 1960 1980 2000 2020

In Gesteinen finden sich wahre Schatzkammern für die Wissenschaft: die uralten Mikroben-Matten. Was sie über die erstaunliche Erdgeschichte verraten.

1945 1960 1980 2000 2020

In Gesteinen finden sich wahre Schatzkammern für die Wissenschaft: die uralten Mikroben-Matten. Was sie über die erstaunliche Erdgeschichte verraten.

Es ist ein atemberaubender Horizont: Urformen des Lebens sind vermutlich schon in der Erdfrühzeit vor bis zu 4,5 Milliarden Jahren entstanden. Handfeste Hinweise davon finden sich seit 3,4 Milliarden Jahren im geologischen Gesteinsarchiv. Die versteinerten Reste mikrobieller Gemeinschaften – die sogenannten Stromatolithen – zeugen davon, wie sich diese bis heute an die drastischen Veränderungen ihrer Umwelt angepasst haben. Durch die steigende Genauigkeit wissenschaftlicher Methoden und Analysen können diese versteinerten Mikroben-Matten immer detaillierter untersucht werden.

Für die längste Zeit der Erdgeschichte lebten auf der Erde nur mikrobielle Lebensformen: winzige Lebewesen, die zu klein sind, um sie mit dem bloßen Auge zu erkennen. Heute findet man sie im Wasser, in der Erde und in der Luft. Auch der menschliche Körper wird von Millionen dieser Mikroorganismen bevölkert, und ihre immense Bedeutung für Gesundheit und Krankheit wird zunehmend entschlüsselt. Die häufigsten Vertreter sind Bakterien, Viren und Pilze. Aber auch Kleinstlebewesen mit echtem Zellkern (Protozoen) gehören dazu.

Klimawandel-Gase in der Erdfrühzeit

In der Epoche des Archaikum vor etwa 3,4 Milliarden Jahren herrschten noch ganz andere Lebensbedingungen vor. Welche Bedingungen das damals genau waren, kann anhand ihrer versteinerten Reste nun gut erforscht werden: In den letzten 20 Jahren wurden die Instrumente der Geochemiker genauer, aber auch die wissenschaftlichen Methoden weiterentwickelt – dadurch kann man heute bereits viel mehr aus diesem geochemischen Archiv herauslesen. Wie das geht, zeigt ein aktueller Artikel in der Fachzeitschrift „Earth-Science Reviews“: In einer österreichisch-chinesischen Kooperation wurde zusammengetragen, welche neuartigen Methoden dafür verwendet werden können, um die Lebensbedingungen mikrobieller Habitate während verschiedenster Epochen der Erdgeschichte zu erforschen.

Ein Thema. Viele Standpunkte. Im FURCHE-Navigator weiterlesen.

FURCHE-Navigator Vorschau