Saporischschja - © Foto: Imago / SNA

Atomkraftwerk: Bangen um Saporischschja

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Teile des Atomkraftwerks Saporischschja sind bereits beschädigt. Die Atomenergiebehörde fürchtet eine Katastrophe.

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Teile des Atomkraftwerks Saporischschja sind bereits beschädigt. Die Atomenergiebehörde fürchtet eine Katastrophe.

Die Lage um das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja bleibt angespannt. Während sich Moskau und Kiew gegenseitig der neuesten Artilleriebeschüsse beschuldigen, äußert die internationale Atomenergiebehörde (IAEA) Sorge.

Seit 195 Tagen herrscht in der Ukraine Krieg, seit März besetzen russische Truppen das ukrainische Kernkraftwerk im Süden des Landes. Aufgrund der bisherigen Angriffe seien bereits mehrere Schäden in der Nähe der Reaktoren und der Lagerstätten von nuklearem Abfall sichtbar, so die IAEA. Zwar werde an der Behebung der Schäden gearbeitet, die Arbeiten seien jedoch noch nicht abgeschlossen. Komme es zu weiteren Schäden, bestehe das Risiko austretender radioaktiver Strahlung und Wasserstoffs.

Rund um das Atomkraftwerk habe die IAEA russisches Militärpersonal, Fahrzeuge und Ausrüstung der Streitkräfte festgestellt. Die ukrainischen Techniker des Kraftwerks werden von russischen Truppen überwacht. Das führe zu massivem Stress seitens der Techniker, der in weiterer Folge zu menschlichem Versagen führen könne.

Russland müsse sich aus Saporischschja zurückziehen, plädiert der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba. Auch Deutschland gibt Russland vor dem Weltsicherheitsrat die Verantwortung für die gefährliche Lage. UNO-Generalsekretär António Guterres betont: „Russische und ukrainische Streitkräfte müssen sich verpflichten, keine militärischen Aktivitäten in Richtung des Werksgeländes oder vom Werksgelände aus durchzuführen.“

Um die Gefahr einer Katastrophe zu verringern, erklärt sich die IAEA bereit, mit ihrer Unterstützung unverzüglich eine Sicherheitszone rund um das Kernkraftwerk einzurichten. Zwei IAEA-Experten befinden sich nun permanent vor Ort.

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