Raisi  - © Foto: Getty Images / Majid Saeedi

Irans neue Ära unter Hardliner Raisi

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Ebrahim Raisi hat vergangene Woche die Präsidentenwahl im Iran gewonnen. Er steht für einen Hardliner-Kurs und ist gegen ein Treffen mit US-Präsident Joe Biden.

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Ebrahim Raisi hat vergangene Woche die Präsidentenwahl im Iran gewonnen. Er steht für einen Hardliner-Kurs und ist gegen ein Treffen mit US-Präsident Joe Biden.

Der neu gewählte iranische Präsident Ebrahim Raisi lehnt ein Treffen mit US-Präsident Joe Biden strikt ab. Auf die Frage, ob er sich eine Begegnung mit Biden vorstellen könne, antwortete Raisi vergangenen Montag bei der ersten Pressekonferenz nach seinem Sieg: „Nein.“ Der erzkonservative Geistliche warf dem US-Präsidenten vor, das international ausgehandelte Atomabkommen mit seinem Land zu missachten sowie „unmenschliche Sanktionen“ gegen das iranische Volk zu unterstützen. Raisi will sich stattdessen für bessere Beziehungen zu den arabischen Golfstaaten einsetzen.

Der 60-Jährige hat die Präsidentenwahl vergangenen Freitag mit mehr als 60 Prozent klar gewonnen. Raisi war Spitzenkandidat der Hardliner und nach einer strengen Auslese der Kandidaten durch den sogenannten Wächterrat quasi konkurrenzlos. Anfang August löst er den als moderat geltenden Präsidenten Hassan Rouhani ab. Zum Zeitpunkt der Wahlen hatte der Iran aber noch mit einem anderen Problem zu kämpfen. Wegen eines „technischen Fehlers“ war das iranische Atomkraftwerk Bushehr heruntergefahren worden. Die Anlage sei „vorübergehend abgeschaltet und vom Stromnetz genommen worden“, teilte die iranische Atomenergiebehörde mit. Das Atomkraftwerk Bushehr ist das einzige des Irans. Iranische Atomanlagen waren in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Cyberangriffen gewesen.

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