MFG Landtagswahl Oberösterreich 2021 - © Foto: APA / Team Fotokerschi

MFG im OÖ-Landtag: Einzug der Impfkritiker

Der Triumph steht ihnen ins Gesicht geschrieben: Die drei Spitzenkandidaten der neuen Protestpartei „Menschen Freiheit Grundrechte“ (MFG) lachen gemeinsam mit ihrem Wahlkampfleiter Gerhard Pöttler (links) in die Kamera. Bei den oberösterreichischen Landtagswahlen haben sie auf Anhieb 6,2 Prozent der Stimmen erhalten. Je ungeimpfter die Gemeinden im Schnitt waren, desto besser schnitt die Partei ab. Mit vier Mandataren zieht MFG nun in den Landtag ein. Und arbeitet bereits an der bundesweiten Etablierung: Bundesparteiobmann Michael Brunner ist Gründungsmitglied der Initiative „Anwälte für Aufklärung“, welche die Corona-Verordnungen juristisch bekämpft. Sein Stellvertreter und Parteimitbegründer Christian Fiala ist als Gynäkologe Österreichs größter Anbieter für Schwangerschafts­abbrüche. In den 1990er Jahren war er gegen die angebliche „AIDS-Panikmache“ zu Felde gezogen; nun gründete der Facharzt eine „Initiative für evidenzbasierte Corona-Informationen“.

Das spiegelt das seltsame Spiel mit der Wissenschaft wider, das für die heterogene Gruppe der „Corona-Skeptiker“ typisch ist: Man beruft sich gerne auf einzelne Teilchen wissenschaftlicher Evidenz, um damit ein Patchwork-Weltbild zu zimmern, das der globalen Evidenzbeurteilung teils krass zuwiderläuft. Vor diesem Hintergrund wäre eine weitere Forderung der MFG zu sehen: Man will nicht nur eine „wissenschaftlich fundierte Über­prüfung des Corona-Geschehens“, sondern wünscht sich auch „Experten statt Berufspolitiker“.

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