Ukraine - © Foto: APA / AFP / Ukrainian Defence ministry press-service

Schuhe lösen Sexismusdebatte in der Ukraine aus

1945 1960 1980 2000 2020

Ukrainische Soldatinnen sollten bei einer Militärparade im August Pumps statt Kampfstiefeln tagen. Die Aktion sorgte für Empörung.

1945 1960 1980 2000 2020

Ukrainische Soldatinnen sollten bei einer Militärparade im August Pumps statt Kampfstiefeln tagen. Die Aktion sorgte für Empörung.

Das ukrainische Verteidigungsministerium geriet in Kritik. Bei einer geplanten Militärparade zum Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes am 24. August sollten die Soldatinnen halbhohe schwarze Pumps zur Tarnkleidung tragen. Fotos von Studentinnen einer Militärhochschule bei einer Probe für die Parade wurden vergangenen Freitag über das Soziale Netzwerk Facebook publik und sorgten für Empörung. Kampfstiefel aufgrund des Geschlechts gegen hohe Schuhe tauschen zu müssen, sei sexistisch und frauenfeindlich, heißt es im Netz.

Die stellvertretende Parlamentspräsidentin Olena Kondratjuk forderte die Behörden auf, sich „öffentlich für diese Demütigung“ von Frauen zu entschuldigen, die „die Unabhängigkeit der Ukraine mit Waffen in der Hand verteidigen“. Mehrere Abgeordnete reagierten, indem sie Pumps ins Parlament mitbrachten und Verteidigungsminister Andrej Taran aufforderten, er möge selbst in Absatzschuhen an der Parade teilnehmen. Nachdem auch mehrere Soldatinnen geäußert hätten, dass die Schuhe zum Marschieren „einfach unbequem“ seien, habe Taran nun angewiesen, den Kauf neuer Schuhe zu prüfen.

In der ukrainischen Armee gibt es mehr als 31.000 Frauen, darunter rund 4100 Offizierinnen. Über 13.500 ukrainische Soldatinnen haben laut Konratjuk seit Beginn des bewaffneten Konflikts vor sieben Jahren gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes gekämpft.

FURCHE-Navigator Vorschau