
„Und weißt du, was er dann gesagt hat?“, fragt die Frau ungläubig in ihr Telefon, während sie aus dem Fenster der Straßenbahn schaut. „Du bist so schön wie eine Uhr.“
Kurz frage ich mich, ob ich mich verhört habe. Die Gesprächspartnerin am anderen Ende der Leitung ist anscheinend genauso verwirrt wie ich. Noch einmal wird bestätigt, dass dieser unbekannte Mann die Frau wirklich mit einer Uhr verglichen hat. Eine sehr seltsame Form eines Kompliments.
Als Tochter eines leidenschaftlichen Uhrensammlers kann ich zwar die Schönheit dieser Zeitmesser anerkennen, gleichzeitig möchte man aber als Mensch ja generell nicht mit Gegenständen verglichen werden. Schnell macht sich in meinem Kopf auch das Bild der sprechenden Pendeluhr aus dem Disney-Film „Die Schöne und das Biest“ breit.
Während ich nun versuche, nicht laut das Ohrwurmlied „Sei Hier Gast“ zu summen, denke ich an die besseren Komplimente, in denen eine Uhr vorkommen kann: Du bist so pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk! Ich möchte rund um die Uhr mit dir zusammen sein!

