Statue Europa - Eine silberne Statue eines Stiers, auf der eine Frau sitzt.  - © Wolfgang Machreich

Gegen Europas Verzwergung

Europa ist kein müder Kontinent im Schatten von USA und China, sondern Role-Model für ein erfolgreiches 21. Jahrhundert. Die Zukunft der offenen Gesellschaft beginnt hier.

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Regelmäßig erscheinen Kommentare und Analysen, die den Untergang des Abendlandes und den Aufstieg Chinas beschreiben. Das Argument hat etwas für sich: die USA im Abstieg, China im Aufstieg – und Europa gilt regelmäßig als der dritte Verlierer im Bunde. Wir müssten schneller, besser und größer werden, heißt es.

Blickt man jedoch genauer auf die Zahlen, entsteht ein anderer Eindruck: Diese Diagnose stimmt so nicht – und ihre Verbreitung kann verheerende Folgen für unsere gemeinsame Zukunft haben. Das Narrativ der „Selbstverzwergung“ Europas ist unangebracht.

Wir sollten aufpassen, welchen Narrativen wir folgen: Alarmismus und Katastrophenbeschwörungen, moralisierende Symbolpolitik oder das beschworene „Ende der Menschheit“. Solche düsteren Diagnosen nähren die modische Annahme, Demokratien, Meinungsfreiheit und Wettbewerb seien strukturell überfordert.

Hier einige Zahlen: Europa hat mit einem Wirtschaftsraum von über 450 Millionen Menschen die höchste Kaufkraft pro Kopf; mit rund 15 Billionen Euro Wertschöpfung liegt es in einer Größenordnung mit den USA; mit 15 Billionen Schulden aber deutlich unter den USA (34 Billionen). Die EU verfügt über ähnlich viele Soldaten wie die USA (1,5 Millionen) und mit Großbritannien und Frankreich über einen nuklearen Schutzschirm.

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