Rita Perintfalvi - © Privat

Herbert-Haag-Preis an Rita Perintfalvi: Ungarns mutige Kämpferin

Für ihr Engagement für Demokratie und Menschenrechte zahlt die Theologin in Orbáns Ungarn einen hohen Preis.

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In Luzern wird in Kürze der Herbert-Haag-Preis zwei Persönlichkeiten verliehen, die dem Christentum besondere Gesellschaftsrelevanz verleihen: Erwin Kräutler und Rita Perintfalvi. Hierzulande ist Letztere weniger bekannt; ganz anders jedoch in Ungarn. Denn die herausragende Theologin wagt es, der unheilvollen Verquickung der katholischen Kirche mit dem autoritären Regime Viktor Orbáns die Stirn zu bieten.

Basierend auf ihren intensiven Forschungen zum Rechtspopulismus ist sie als Publizistin und Bloggerin aktiv, mit erstaunlicher Reichweite. Im Jahr 2021 veröffentlichte sie das erste Buch über Missbrauch und Vertuschung in der ungarischen Kirche. Und „ganz nebenbei“ ist sie Präsidentin der Ungarischen Sektion der „Europäischen Gesellschaft für Theologische Forschung von Frauen“.

Perintfalvis Engagement für Demokratie und Menschenrechte hat einen hohen Preis. In Ungarn ist es aktuell gefährlich, ja lebensgefährlich, sich öffentlich gegen Fundamentalismus und Rechtspopulismus zu positionieren. Schon seit Jahren wird die Theologin angegriffen, bespitzelt und zu diskreditieren versucht. Im August letzten Jahres durchlebte sie eine besonders schwere Attacke. Mit Fake-News auf rechtsextremen Portalen wurde versucht, sie mit brutalsten Mitteln mundtot zu machen.

Aber je heftiger die Angriffe wurden, desto größer wurde die Unterstützung gesellschaftlicher Kräfte, auch von überraschender Seite. „Die Entwicklung der Gesellschaft und eine bessere Zukunft sind nur möglich, wenn eine bestimmte Anzahl von Menschen bereit ist, den Preis für das Recht auf ihre eigenen Überzeugungen zu zahlen. Je mehr es von ihnen gibt, desto weniger muss man zahlen.“ (Alexei Nawalny) Mit Mut und Durchhaltevermögen, Humor und Tatkraft gibt Perintfalvi hierfür ein Beispiel. Sie hat den Herbert-Haag-Preis mehr als verdient.

Die Autorin ist katholische Vulnerabilitätsforscherin an der Universität Würzburg.

Hier können Sie Perintfalvis Dankesrede nachlesen.

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