Glatteis - Eine gefrorene Straßenoberfläche. - © pixabay.com

Achtung, Glatteis

Eine kleine Geschichte vom Balken im eigenen Aug.

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Sie warnten: Betritt nicht die Seen, sie sind tückisch. Sie täuschen nur vor, sie wären zugefroren. Kaum trittst du drauf, brichst du ein. Sie warten nur darauf.

Sie warnten: Lass das Auto stehen, mit dem schlitterst du in den Straßengraben. Steig bloß auf kein Fahrrad dieser Tage.

Sie warnten: Warte auf keinen Zug, er wird nicht kommen.

Sie warnten: Geh nur auf gestreuten, noch besser auf gesalzten Wegen, vorsichtig, Schritt für Schritt. Benutze jeden Handlauf und versichere dich vorher, dass er fest angeschraubt ist.

Er ging also vorsichtig, Schritt für Schritt, auf gestreuten und – wo er sie fand – auf gesalzten Wegen. Er schaute genau, wo er hintrat. Er meinte, die richtigen Stellen zu finden, und doch war ihm bald, als ginge er auf blankem Eis. Er schlitterte und rutschte, rutschte und schlitterte. Immer glatter wurde ihm der Boden, je näher er dem Haus kam. Dabei schien der Weg inzwischen schon trocken, war kein Eis weit und breit mehr zu sehen.

Kaum im Haus, rutschte er auf den Fliesen aus und knallte auf den Rücken. Die grellen Deckenfluter blendeten ihn. Er schloss die Augen.

Hörte Schritte näherkommen. Hörte eine Stimme: Du hast ja Sohlen aus Eis!

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